• vom 09.11.2005, 16:53 Uhr

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Update: 10.11.2005, 16:53 Uhr

Das Merchandising digitaler Marken kommt in Mode

Krawatten von Linux, Unterhosen von Wikipedia




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Von Julia Urbanek

  • Wer den ganzen Tag auf seinem Apple in Google sucht, mit Firefox in Wikipedia surft, mit Kollegen über Microsoft und Linux diskutiert, dem reicht ein normales T-Shirt bald nicht mehr. Glücklicherweise vertreiben immer mehr Internet-Unternehmen "Fanartikel" mit ihrem Logo. WZ Online hat die Merchandising-Auftritte getestet - und anhand der Leibchenpreise verglichen.

Der Mozilla Store bietet eine kleine, aber feine Auswahl an T-Shirts und Kappen mit den Logos des Firefox-Browsers und des Mailprogramms Thunderbird. Auch ein Kuschel-Feuerfuchs und Poster bekommt man hier. Leider ist der Versand derzeit noch teuer und aufwendig, weil der Europavertrieb erst im Laufe des nächsten Jahres erfolgt.


Der Leibchen-Indikator: 14 und 26 US-Dollar.

Über eine riesige Auswahl verfügt die Microsoft Collection, die von einer deutschen Firma im Web ausgestellt wird. Wer sich durch das große Angebot kämpft, findet hier Praktisches und Ausgefallenes. Ein Picknick-Rucksack, Haarfön oder Fernrohr - für jede Lebenslage gibt es hier Produkte, die selten über 20 Euro kosten.

Der Leibchen-Indikator: 14 bis 25 Euro.

Für kleine User

http://www.wienerzeitung.at/bilder/wzo/computer/merchandising.jpg

Ein echter Googler sucht gerne. Im Google Store sucht er nicht lange - das Angebot ist recht überschaubar. Dafür ist es besonders gut ausgewählt. Das bunte Logo prangt auf Strandhandtüchern, Notizblocks oder Regenschirmen. Für solche, die noch große Sucher werden wollen, gibt es Babystrampler oder das "Little Googler Shirt".

Der Leibchen-Indikator: 6 bis 17 Euro.

Ein "Gib Gates keine Chance"-Shirt bekommt der Interessierte im Linux-Onlineshop, so wie das Shirt "No, I will not fix your Windows!". Freundlicher sind da schon Tux-Stofftiere - Tux heißt der Pinguin, der das Open-Source-Betriebssystem symbolisiert. Oder "Penguin-Power"-Kaffeehäferl, für die es eigens USB-Tassenwärmer von Linux gibt. Außerdem werden Krawatten, Hauben, Schals und T-Shirts angeboten.

Der Leibchen-Indikator: 15 bis 25 Euro.

Wiki ergo sum

Ohne Community gäbe es kein Wikipedia. Und ohne Community wohl auch kein Wikipedia-"Merchandising". Die Internet-Enzyklopädie ist diesbezüglich eher zurückhaltend. Erst als die Nachfrage nach Artikeln nicht mehr zu überhören war, wurde eine Lösung gesucht und gefunden. "Anfangs mussten wir sagen, nee gibts nicht, lad Dir das Logo runter und geh in den Copy-Shop damit", so der Sprecher von Wikipedia Deutschland, Kurt Jansson.

Nun senden Mitglieder der Community in Absprache mit der Foundation Logos und Shirt-Aufschriften an einen Anbieter, der sich um Produktion und Vertrieb kümmert. Verdient wird durch das Merchandising kaum, es ist eher ein Service für die Community, die sich auch in diesem Bereich erstaunlich gut selbst organisiert hat.

Auf www.cafepress.com/wikipedia werden Designs angeboten, die man auf alles Erdenkliche drucken lassen kann. Echte Wikipedianer erkennt man an Shirts, die Aufschriften wie "I edit, therefore I am" oder "Wiki ergo sum" tragen.

Der Leibchen-Indikator: 17 bis 21 US-Dollar

Eine Firma widersteht den Verlockungen des Merchandising: Apple. "Unsere Kunden sehen schon unsere Produkte als Fan-Artikel", meint der Pressesprecher von Apple Deutschland, Georg Albrecht. Man möchte die Marke nicht mit beliebigen Artikeln verwässern. Accessoires wie Socken für den I-Pod seien zur Kundenbindung besser geeignet.

Links:

Mozilla Store

Microsoft Collection

"Google Store":www.googlestore.com

"Linux Online-Shop":www.linux-onlineshop.de

Wikipedia-Produkte



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2005-11-09 16:53:06
Letzte Änderung am 2005-11-10 16:53:00

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