• vom 28.10.2002, 00:00 Uhr

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Update: 08.04.2005, 10:30 Uhr

Nach Pilotversuch: Bürgerbeteiligung bei Bauprojekten zunächst in fünf Bezirken

Lokale Agenda 21 startet in Wien




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  • Das Bürgerbeteiligungsprojekt "Lokale Agenda 21" (LA 21) hat in Wien seine Pilotphase beendet und soll nun schrittweise in der gesamten Stadt etabliert werden. Das verkündeten Planungsstadtrat Rudolf Schicker und die Geschäftsführerin des Vereins "LA 21 in Wien", Andrea Binder-Zehetner.

Ab Anfang 2003 startet die Aktion in vorerst fünf Bezirken (Neubau, Donaustadt, Margareten, Rudolfsheim-Fünfhaus und Alsergrund). Jedes Jahr soll dann ein weiterer Bezirk hinzukommen.


Die finanziellen Mittel lassen insgesamt acht parallel laufende "Agenda"-Bezirke zu. Ein "LA 21 Expertenbeirat" wählt die "Grätzl" nach einem Kriterienkatalog aus. Die jeweiligen Projekte finanzieren sich aus dezentralen Bezirksmitteln und "zentralen" Fördergeldern, die jedoch auf die nächsten vier Jahre begrenzt sind. Je nach Bevölkerungszahl erhalten die Stadtteile zwischen 55.000 und 70.000 Euro an zentralen Mitteln, die Bezirke steuern zumindest den selben Geldbetrag bei.

"Die Bürger sollen die Agenda als Chance sehen, sich bei der Lebensgestaltung ihres Bezirkes nach den Kriterien der Nachhaltigkeit einzubringen", sagte Geschäftsführerin Binder-Zehetner. Eine wesentliche Aufgabe sei auch die Vernetzung der Wiener Aktivitäten mit anderen LA 21 Prozessen in Österreich sowie international.

Ausgangspunkt für die "Lokale Agenda 21" war die UNO-Weltgipfelkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992. Das Aktionsprogramm forderte die 180 unterzeichnenden Regierungen auf, ihre nationalen Programme unter intensiver Einbeziehung der Öffentlichkeit zu entwickeln. In Wien arbeitete der Alsergrund seit 1999 als Pilotbezirk mit einer "LA 21"-Gruppe. Bezirksvorsteher Hans Benke zeigt sich mit den Ergebnissen hoch zufrieden: Die kalkulierten Kosten für die schon seit langem angedachte behindertengerechte Umgestaltung der Thurnstiege sei durch die Bürgerbeteiligung beispielsweise von 1 Mill. Euro auf rund 800.000 Euro gesunken.

Der Konflikt um die Sensengasse im neunten Bezirk ist laut Stadtrat Schicker vorerst auf Eis gelegt. Der Hintergrund: Nach den Plänen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) soll ein in ihrem Eigentum befindlicher Sportplatz umgewidmet werden, um Büro- und Geschäftsflächen sowie universitäre Einrichtungen zu bauen.

Dass der Beschluss einer Baulandwidmung bis Ende des Jahres verschoben wurde, gehe unter anderem auf die "Agenda 21"-Bürgerbeteiligungsgruppe zurück.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2002-10-28 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 10:30:00

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