• vom 13.05.2002, 00:00 Uhr

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Update: 08.04.2005, 15:39 Uhr

Ein Stadtbesuch mit dem Maler Richard Peter Schmid

Die Linzer Klangwolke




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Von Ursula Burkert

Der Wiener Künstler Richard Peter Schmid zeigt ab Donnerstag seinen Bilderzyklus "Linzer Klangwolke" in der Neuen Linzer Galerie. Immer wieder hat sich der Maler Städte für seine künstlerische Auseinandersetzungen ausgesucht. Nach wiederholten Aufenthalte in Hamburg zum Beispiel entstand eine Hamburg-Serie. Dann folgte die Beschäftigung mit Krakau und Leipzig. Dann hat ihn das Spannungsverhältnis einer Stadt zwischen ländlicher Tradition und proletarischem Bewusstsein angezogen. Die Gegensätze sind es, die Richard Peter Schmid zu seinem Linz-Zyklus inspiriert hat.


Bürgerliches Selbstbewusstsein

Ein Linzer Stadtspaziergang sollte seiner Meinung nach in jedem Fall auf dem Heldenplatz beginnen. Er ist einer der größten städtischen Plätze des Landes und symbolisiert auf eindrucksvolle Art und Weise ihre Geschichte. Er erzählt vom bürgerlichen Selbstbewusstsein und der Tradition kaufmännischen Denkens. Die funktionierende Landwirtschaft des Umlandes und die über weite Strecken florierende Eisenindustrie lieferten den Bewohnern der Stadt eine gute Ausgangsbasis.

An den geschmückten, geschmackvoll gestalteten Fassaden des Hauptplatzes, lässt sich der Wohlstand früherer Zeiten ablesen. Damals schon ließen sich die Linzer die optischen Reize etwas kosten und waren für neue Ideen der Architekten aufgeschlossen. Die Kunstsinnigkeit hat sich, davon ist Richard Peter Schmid überzeugt, bis heute erhalten. Mit Architekturgeschichte pur bis zum heutigen Tag wird man bei einem Rundgang durch Linz konfrontiert. Eines der jüngeren Beispiele ist das Design Center in Linz, ein multifunktionales Veranstaltungshaus mit gewagter Glasdachkonstruktion.

Bruckner als Inspiration

Verlässt man die Altstadt entlang der Donau in Richtung Osten kommt man kurz ins Verkehrsgetümmel der Donaulände und dann in eine Parklandschaft, in der einem der berühmtesten Linzern, dem sogenannten "Musikanten Gottes" ein Denkmal gesetzt wurde. Das 1974 von Heikki Siren gebaute Brucknerhaus.

Eigentlich ist es auch Anton Bruckner zu verdanken, dass Linz innerhalb von etwa 20 Jahren ein neues Image bekam. Im Brucknerhaus wurde von Anfang an auch zeitgenössische Musik geboten und nach und nach ins Freie übertragen. Mit Laser und Lichteffekten visualisiert, wurden diese Konzerte zu einem publikumsträchtigen Spektakel. 100.000 Besucher versammeln sich alljährlich Anfang September am Donauufer um die "Klangwolke" ein inzwischen höchst perfektes Zusammenspiel von Licht und Musik zu genießen.

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Dokument erstellt am 2002-05-13 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 15:39:00

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