• vom 18.06.2001, 00:00 Uhr

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Update: 08.04.2005, 10:34 Uhr

Gesamteröffnung fand im MuseumsQuartier statt

Neue Kunsthalle Wien - Eine zeitgenössische Vitaminspritze




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  • "Heute ist ein großer Tag. Aus einem Traum ist Wirklichkeit geworden. Wir haben unser Ziel, ein funktionstüchtiges neues Haus zu bekommen, erreicht", so Gerald Matt, der Leiter der Kunsthalle Wien. Mit der Eröffnung der Ausstellung "Eine barocke Party" in der großen Halle wurde vergangenen Montag die "Gesamteröffnung" seines Hauses gefeiert. Am Vormittag zog er gemeinsam mit Architekt Laurids Ortner und den Ausstellungskuratoren Bilanz über die vergangenen Jahre des Provisoriums und bot einen Ausblick auf eine schöne, neue Kunsthallen-Zukunft im MuseumsQuartier.

1.119 m² Ausstellungsfläche bietet die neue, große Halle im Obergeschoss des Ziegelbaues hinter der ehemaligen Winterreithalle, 528 m² lassen sich in der kleinen Halle ebenerdig bespielen - wobei man für Großprojekte durch Öffnung der Trennwände zur Veranstaltungshalle (Halle E) auch 1.400 m² Fläche erreichen kann. "Das ist keine Zäsur, sondern nur die logische Fortsetzung unseres Programmes", erklärte Matt, der darauf verwies, dass in den ähnlich dimensionierten Provisorien am Karlsplatz und im MuseumsQuartier bereits der parallele Ausstellungsbetrieb zweier Hallen mit der auch künftig geltenden Programmatik simuliert worden sei.


"Nahezu eine Million Besucher bei 82 Ausstellungen seit 1992" hätte man in der Kunsthalle begrüßen können, freute sich Matt. "Damit haben wir das Ziel erreicht, ein kommunizierendes Gefäß zwischen Künstlern und Publikum zu sein und gezeigt, dass es in der Theaterstadt Wien sehr wohl ein junges Publikum für zeitgenössische Kunst gibt." Drei Programmsäulen sind es, auf denen auch künftig die Kunsthalle ruhen soll: "Der Versuch, der Anverwandlung der Vergangenheit" (Matt), die Verwendung von zeitgenössischer Kunst als Hohlspiegel der Vergangenheit, die sich auch in der Ausstellung "Eine barocke Party" manifestiere; der "Transport populärkultureller Momente in der Kunst", der etwa derzeit auch in der laufenden Ausstellung von Steve McQueen unternommen werde; und schließlich die Präsentation "multipler Zentren", mit denen die europäisch-amerikanische Dominanz in der Kunst durchbrochen werde.

Im MuseumsQuartier sieht Gerald Matt ein "ideales Modell von Autonomie und Ergänzung", bei dem die Kunsthalle als "zeitgenössische Vitaminspritze" fungieren wolle. Im Gegensatz zu den zentralistischen Modellen der großen Kulturzentren wie Centre Pompidou oder Tate Modern wäre hier "kein großer, schwerfälliger Dampfer" vor Anker gegangen, sondern "viele, kleine, wendige Schnellboote."

Architekt Laurids Ortner sprach von der Kunsthalle als "zentralem Bindeglied" des MuseumsQuartiers, das neue wie alte Teile miteinander verbinde. Wobei nach heutigem Verständnis auch ohne weiteres eine alte Fassade (wie die der Winterreithalle) neue Inhalte repräsentieren könne.



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Dokument erstellt am 2001-06-18 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 10:34:00


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