• vom 17.06.2011, 17:12 Uhr

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Update: 18.06.2011, 20:51 Uhr

Fernsehen

Thomas Bellut wird Intendant des ZDF




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  • Journalisten hoffen auf Info statt Show

Logischer Nachfolger für den scheidenden Intendanten Schächter. | Wien. Was dem ORF heuer noch bevorsteht, hat das ZDF nun hinter sich: Der Intendantenposten ist vergeben. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut wird neuer Intendant des Senders. Der ZDF-Fernsehrat wählte den 56-Jährigen am Freitag mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Markus Schächter. Er tritt sein Amt im März an. Die Mehrheit war beachtlich: Von 73 Räten stimmten 70 für Bellut, der schon im Vorfeld als logischer Nachfolger gehandelt wurde. Es gab eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Der Intendant wird vom Fernsehrat in geheimer Wahl für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. 47 Stimmen hätten zur Wahl gereicht.


Bellut wertete die Wahl als "Anerkennung für die bisherigen Leistungen und einen großen Vertrauensbeweis". Schächter bezeichnete seinen Nachfolger als seinen "Wunschkandidaten". Bellut stehe im ZDF für "Kontinuität, Entschiedenheit und Modernisierung", sagte der scheidende Intendant. Der Fernsehrat-Vorsitzende Ruprecht Polenz nannte Bellut einen "der herausragenden Medienmanager des Landes." Er stehe für die Werte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und für einen unabhängigen Journalismus.

Der 56-jährige Bellut ist ebenfalls seit 2002 Programmdirektor des Senders. Zuvor leitete er unter anderem die Hauptredaktion "Innenpolitik". Er ist bereits seit 1984 beim ZDF tätig. Der in Osnabrück geborene Bellut hatte in Münster Politikwissenschaften, Geschichte und Publizistik studiert.

Schächter hatte im Jänner angekündigt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehe. Er begründete dies unter anderem damit, dass eine Amtszeit von zehn Jahren die "richtige Zeitspanne" sei. Schächter ist seit 2002 Intendant des ZDF.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellierte an Bellut, sich für den Qualitätsjournalismus im ZDF einzusetzen. Diesen im Sender zu stärken, sollte ein wichtiges Anliegen des neuen Intendanten sein, schrieb der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Das ZDF darf sich weder nur über ,Wetten, dass..? noch allein über das heute journal definieren". Die Journalisten hätten aber gelegentlich die Sorge, "dass das Pendel ein wenig zu stark in Richtung Unterhaltung ausschlägt."




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Fernsehen, TV

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Dokument erstellt am 2011-06-17 17:12:19
Letzte Änderung am 2011-06-18 20:51:22


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