• vom 23.12.2010, 20:20 Uhr

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Immer mehr Diplomaten im EU-Dienst




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  • EU-Länder schließen vermehrt Botschaften - außer in Europa.
  • EU-Delegationen treten an deren Stelle.
  • Brüssel. Am 1. Jänner 2011 nimmt der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) seine Arbeit auf und will damit die Diplomatie der einzelnen Länder unterstützen. Der Sparzwang macht vor den Außenministerien der EU nicht Halt. Quer durch die Welt schließen EU-Mitgliedstaaten aus Kostengründen ihre Vertretungen. So wird Schweden künftig keine Botschaft mehr in Argentinien haben und Finnland Caracas dichtmachen. Auch Österreich, das etwa 160 Millionen Euro pro Jahr für seine Auslandsvertretungen aufwendet, hat den Rotstift angesetzt: Nächstes Jahr werden die Botschaft in Simbabwe und das Generalkonsulat in Zürich geschlossen, 2012 folgt die Botschaft in Kolumbien.

Doch was machen EU-Bürger, die dann keinen Ansprechpartner ihres Landes mehr haben, im Notfall? Die Erstversorgung wird den EU-Botschaften (EU-Delegationen, wie sie offiziell heißen) zufallen. Bereits jetzt ist die EU an 50 Orten mehr als Österreich vertreten. Rund 1600 bis 1900 EU-Diplomaten wird es künftig geben. Die außenpolitischen Abteilungen der mehr als 130 EU-Vertretungen sind mit je sieben Personen besetzt. Dazu kommen noch etwa 600 Beamte in der Zentrale in Brüssel. Der EAD wird künftig seine Berichte an alle Außenministerien der EU-Mitgliedsländer schicken. Somit dürfte die Zukunft der Botschaften in Richtung einer Vertretung für alle EU-Mitgliedstaaten gehen.


Botschaften innerhalb der EU sind allerdings nicht davon betroffen, da sich der neue Dienst nur nach außen richtet. Obwohl sich Minister und hohe Beamte der EU-Länder wenigstens monatlich treffen, unterhalten die 27 EU-Länder in den anderen Mitgliedsländern weiterhin Botschaften.

In Österreich kommt dazu noch die Außenhandels-Organisation der Wirtschaftskammer, deren Handelsdelegierte ebenfalls Diplomatenstatus genießen. Sie konzentrieren sich auf die Unterstützung von heimischen Unternehmen im Ausland - auch innerhalb der EU.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-12-23 20:20:16
Letzte Änderung am 2010-12-23 20:20:00


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