• vom 24.02.2010, 16:50 Uhr

Archiv

Update: 24.02.2010, 16:51 Uhr

Die Regierung und die mächtigste Rebellengruppe JEM unterzeichnen ein Waffenstillstandsabkommen

Darfur: Schritt in Richtung Frieden




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Waffenruhe tritt sofort in Kraft.
  • Es fehlen noch Verhandlungen mit anderen Rebellen.
  • Doha/Khartum. In der sudanesischen Krisenregion Darfur gibt es ein Zeichen der Hoffnung: Sudans Regierung und die größte Rebellengruppe Darfurs, die Bewegung für Recht und Gerechtigkeit (JEM), haben ein Waffenstillstandsakommen unterzeichnet. Das Abkommen trete sofort in Kraft, verkündete der Anführer der JEM, Khalil Ibrahim. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte umgehend die Einigung.

Handschlag mit großer Bedeutung: Amin Hassan Omar von der Regierung und Ahmed Tugod Lsan von der JEM. Foto: epa

Handschlag mit großer Bedeutung: Amin Hassan Omar von der Regierung und Ahmed Tugod Lsan von der JEM. Foto: epa

Handschlag mit großer Bedeutung: Amin Hassan Omar von der Regierung und Ahmed Tugod Lsan von der JEM. Foto: epa

Handschlag mit großer Bedeutung: Amin Hassan Omar von der Regierung und Ahmed Tugod Lsan von der JEM. Foto: epa Handschlag mit großer Bedeutung: Amin Hassan Omar von der Regierung und Ahmed Tugod Lsan von der JEM. Foto: epa

Das Waffenstillstandsabkommen sieht nach Angaben der JEM die Freilassung von knapp 100 Rebellen vor, die wegen eines Angriffs auf die Hauptstadt Khartum zum Tode verurteilt wurden. Zudem soll es den Weg für einen endgültigen Friedensvertrag ebnen.


Die Annäherung zwischen Regierung und Rebellen wurde durch veränderte politische Konstellationen in der Region erleichtert. Der Sudan und der Tschad haben kürzlich angekündigt, ihre Feindseligkeiten zu beenden. Der Tschad grenzt an Darfur, und der Sudan hat dem Tschad immer wieder vorgeworfen, die JEM zu unterstützen.

Nun hat Tschads Präsident Idriss Deby das Abkommen zwischen der Regierung und der JEM vermittelt. Ein weiterer Vermittler war der Emir von Katar, Scheich Hammad bin Khalifa al-Thani. Die Waffenruhe wurde auch im Katar vereinbart. Sudans Präsident Omar al-Bashir konnte dort hinreisen, weil der Golfstaat kein Abkommen mit dem Internationalen Strafgerichtshof unterzeichnet hat. Dieser hatte vergangenes Jahr einen Haftbefehl gegen Bashir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Darfur-Konflikt erlassen.

Bashir meinte, dass nun geschlossene Waffenstillstandsabkommen mit der JEM könne der Anfang vom Ende des Krieges in Darfur sein. Es gibt auch schon Vorstellungen, wie das endgültige Friedensabkommen aussehen soll. Laut BBC sollen etwa die Rebellen Posten in der Regierung erhalten und Flüchtlinge nach Darfur zurückkehren.

Weniger Kämpfe

Der Regierung ist es gelungen, mit der JEM die mächtigste Rebellengruppe in Darfur in Verhandlungen einzubinden. Es gibt aber noch Dutzende weitere Rebellenfraktionen. Manche von ihnen haben noch keine Gespräche mit der Regierung aufgenommen. Laut internationalen Beobachtern haben aber die Gefechte in Darfur in den vergangen Monaten erheblich nachgelassen.

In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellen gegen regierungstreue Milizen und Streitkräfte. Dabei wurden laut internationalen Organisationen 300.000 Menschen getötet und 2,7 Millionen vertrieben.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-02-24 16:50:37
Letzte Änderung am 2010-02-24 16:51:00

Werbung




Werbung