• vom 20.01.2010, 18:44 Uhr

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Update: 20.08.2012, 12:26 Uhr

Während der Südbahnhof verschwindet, eröffnet im Vorfeld Österreichs größte und modernste Bahnwerkstatt

Ein "Flugzeugträger" für den Railjet




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Von Werner Grotte

  • 240 Meter-Halle schluckt komplette Zug-Garnituren.
  • Service dauert nur vier Stunden.
  • 1000 Fachleute rund um die Uhr im Einsatz.

Die große "Blockzughalle", in der bis zu fünf ganze Züge Platz haben, ist Herzstück der neuen Anlage. Foto: Pessenlehner

Die große "Blockzughalle", in der bis zu fünf ganze Züge Platz haben, ist Herzstück der neuen Anlage. Foto: Pessenlehner

Die große "Blockzughalle", in der bis zu fünf ganze Züge Platz haben, ist Herzstück der neuen Anlage. Foto: Pessenlehner

Die große "Blockzughalle", in der bis zu fünf ganze Züge Platz haben, ist Herzstück der neuen Anlage. Foto: Pessenlehner Die große "Blockzughalle", in der bis zu fünf ganze Züge Platz haben, ist Herzstück der neuen Anlage. Foto: Pessenlehner

Wien. Hand aufs Herz: Wissen Sie, was man mit einer "Tandem-Unterflurradsatzdrehbank" macht? - Mit dieser neuen, in Österreich einzigartigen Anlage kann man Zug-Räder elektronisch auf Schwachstellen absuchen, dann die Achse samt Rädern nach unten hin abziehen, die Räder nach Normvorgabe nachschleifen und wieder am Zug montieren. Die Maschine samt eigener Halle und Gleis ist Teil des neuen Technik-Stützpunktes der ÖBB am ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Matzleinsdorf, der heute, Donnerstag, seinen Probebetrieb aufnimmt. Die "Wiener Zeitung" besah sich die technische Konstruktion bereits einen Tag vorher.


Bahn-Benützer kennen den aufgrund seiner Maße intern als "Flugzeugträger" bezeichneten Hallenkomplex vom Vorbeifahren am Matzleinsdorferplatz - doch das Innenleben des mit modernster Elektronik vollgestopften Wartungszentrums hüteten die ÖBB bisher streng vor neugierigen Blicken. Soll doch hier, zwischen den Bahnhöfen Meidling und dem alten Südbahnhof, künftig die gesamte Wartung, Ausrüstung, Reparatur und technische Einsatzplanung für alle am Hauptbahnhof verkehrenden Nah- und Fernverkehrs-Züge (mit Ausnahme der Schnellbahn) stattfinden.

Das Areal, das die Leistung von drei bisherigen Werkstätten (Süd-, West-und Franz Josephs Bahnhof) ersetzen soll, ist 1,4 Kilometer lang und bis zu 180 Meter breit. Der größte Bau ist die 240 Meter lange "Blockzughalle" mit insgesamt acht Gleis-Straßen. Hier finden ganze Railjet-Garnituren (185 Meter lang) Platz; sie sollen laut ÖBB-Konzept "von Süden her einfahren, innerhalb von vier Stunden gereinigt, ausgerüstet, verproviantiert und gewartet werden und dann auf der Nordseite wieder auf die Reise gehen", erklärt Erwin Himmler, Projektleiter für Technische Services, beim Rundgang.

Alle hier bearbeiteten Züge sollen nach Möglichkeit "im Durchlauf" bleiben, das heißt die Wartung soll in weniger frequentierten Phasen erfolgen und so den Fahrplan nicht stören.

Operationssaal für Loks

Die Gleise in der Halle sind erhöht, sodass die bis zu 1,30 Meter tiefen Arbeitsgruben besser beheiz-, belüft- und beleuchtbar sind. Die großen Einfahrtstore auf beiden Seiten sind ebenfalls technische Neuentwicklungen, bei denen sich beim Öffnen oder Schließen die Stromleitung zur Seite klappt, ohne die Energiezufuhr zu unterbrechen. Um Heizkosten für das 15.000 Quadratmeter große Gebäude zu sparen, gibt es bei den stark frequentierten Toren eigene Luftschleusen.

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Dokument erstellt am 2010-01-20 18:44:06
Letzte Änderung am 2012-08-20 12:26:02

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