• vom 15.01.2010, 18:29 Uhr

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Update: 26.02.2010, 16:28 Uhr

Neue Entwicklung beim U-Bahn-Ausbau: Die frühestens für 2019 vorgesehene U6-Nord könnte rascher gebaut werden

U6-Ausbau soll beschleunigt werden




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Von Christian Mayr

  • Anbindung des neuen Spital-Nord soll rechtzeitig erfolgen.
  • SPÖ-Bezirkschef Lehner bestätigt: "Ich habe auch Hinweise."
  • Wien. Es ist ein überraschender Coup mit hohem Wahlzuckerl-Faktor: Wie der "Wiener Zeitung" aus verlässlicher Quelle berichtet wird, arbeitet die MA18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) derzeit intensiv daran, dass die geplante Nord-Verlängerung der U6 bis nach Stammersdorf zum Rendezvousberg zeitlich um einige Jahre vorgezogen werden kann.

Das Konzept soll laut Insidern jedenfalls vor der Wien-Wahl im Oktober auf Schiene sein, schließlich wohnen rund 140.000 Personen in Floridsdorf und würden vom weiteren Ausbau der U6 enorm profitieren.

Bisher hieß es, dass die U6-Verlängerung frühestens 2019 fertig sein könnte, da sie nicht Teil der vierten Ausbaustufe (U2-Nord und -Süd, U1-Süd) mit einem Volumen von 1,85 Milliarden Euro sei. Vorher müsste auch erst mit dem Bund als Hälfte-Financier verhandelt werden, hieß es vor genau einem Jahr von der Wiener SPÖ.


Mittlerweile wurde die MA18 beauftragt, die bereits vor Jahren erstellte Grobplanung zu aktualisieren und vor allem das an der Brünner Straße geplante Krankenhaus-Nord direkt und möglichst pünktlich anzuschließen. Beim neuen Großspital würde es ebenso wie bei den Stationen Shuttleworthstraße und Siemensstraße eine unterirdische Trasse geben - danach würde die U-Bahn in Hochlage entlang der Brünner Straße vier weitere Stationen bis zum Rendezvousberg (siehe Grafik) erreichen.

Die Länge würde rund 5,7 Kilometer betragen, die Kosten werden intern mit rund 650 Millionen Euro angegeben. Noch nicht ganz klar ist, wann genau frühestens der erste U6-Zug auf der neuen Strecke fahren könnte - die Rede ist lediglich von "deutlich vor 2019" und "knapp nach Eröffnung des Krankenhauses-Nord"; dieses soll - wie berichtet - um das Jahr 2015 fertig sein. "Der Vorteil ist, dass es keine aufwendigen Grundstücksverhandlungen braucht, die Flächen sind bereits alle reserviert", heißt es aus dem Rathaus.

Die offiziellen Stellen hielten sich gegenüber der "Wiener Zeitung" am Freitag bedeckt. Lediglich Floridsdorfs SPÖ-Bezirksvorsteher Heinz Lehner bestätigt: "Ich habe auch Hinweise, dass in der Sache etwas weitergeht. Es ist wieder Bewegung da", verrät er. Nachsatz: "Ich bin in Hoffnung, hier eine positive Entwicklungen zu erleben." Seiner Ansicht nach wäre eine Verlängerung, die bisher aufgrund des angeblich zu dünn besiedelten Gebietes nach hinten gereiht wurde, hoch an der Zeit: "40.000 Bewohner würden unmittelbar profitieren. Wenn ich das mit anderen Bezirken vergleiche, ist das eine Größenordnung, die die U-Bahn berechtigt macht", so Lehner.

Ist die Planung der MA18 fertig, will die Stadt mit dem Bund über die Finanzierung verhandeln. Hier kursieren drei mögliche Varianten: Unter dem Titel "Konjunkturbelebung" wird die U6 als Teil der fünften Ausbaustufe gleichsam in die vierte vorgezogen und wie bisher kofinanziert. Alternativ könnten fixierte Mittel vom U1-Ausbau nach Süden - so dieser nicht bis Rothneusiedl stattfindet - umgeschichtet werden. Oder aber Wien finanziert die U6 zunächst im Alleingang und holt sich das Geld später vom Bund zurück.

Da die Wiener ÖVP zuletzt treibende Kraft bei der U6-Nord war, wird auch wenig Widerstand seitens des Bundes erwartet. Genaueres könnte Insidern zufolge im Februar bei der traditionellen SPÖ-Klubklausur in Rust festgelegt werden.

Grüne für "Super-Bim"

Keine Freude mit einem U6-Ausbau haben die Wiener Grünen: "Diese Lösung ist viel zu teuer. Es gibt alternative Pläne der Stadt in Form einer Express-Straßenbahn, die sogar bis Wolkersdorf fahren könnte", meint Umweltsprecher Rüdiger Maresch. Diese "Super-Bim" würde laut einer MA18-Studie gerade einmal zwei Minuten länger bis zum Rendezvousberg brauchen (nämlich 16 Minuten) und zudem nur rund 100 Millionen kosten.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-01-15 18:29:10
Letzte Änderung am 2010-02-26 16:28:00



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