• vom 09.10.2009, 17:23 Uhr

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Update: 09.10.2009, 17:24 Uhr

Wissensnetz Austria-Forum: Innovativer als Wikipedia




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  • TU Graz startete Online-Enzyklopädie zu Österreich-Themen.
  • Schon über 97.000 Einträge mit Text, Ton, Bildern und Filmen.
  • Wien. (ski) Was Wikipedia für die große Internetsurfer-Gemeinschaft, das soll, seriöser und innovativer, das Austria-Forum für alle an Österreich Interessierten werden. Die neue kostenlose Internet-Enzyklopädie zu Themen mit Österreich-Bezug ist seit Freitag unter http://austria-lexikon.at zugänglich.

Es sei ein "wertvolles Produkt", betonte Hans Sünkel, Rektor der Technischen Universität (TU) Graz, an der das Austria-Forum entstand, bei der Präsentation in Wien. Die TU Graz wolle damit anlässlich ihres bevorstehenden 200-Jahr-Jubiläums im Jahr 2011 der Öffentlichkeit ein "Dankeschön" sagen.


Projektleiter Hermann Maurer, bisher Professor an der TU Graz, seit wenigen Tagen emeritiert, hob hervor, dass es nicht um tagesaktuelle Informationen, sondern um eine noch nie dagewesene "Breite und Tiefe" an Wissen gehe, das die Betreiber - neben der TU Graz ein Verein "Freunde des Austria-Forums" - der Allgemeinheit vermitteln wollen. Besonders innovativ seien dabei die Suchverfahren.

Das Forum baut auf drei Säulen auf, erstens auf dem schon 1996, ebenfalls von den Grazern gegründeten Österreich-Lexikon "aeiou", zweitens einer von Fachleuten erstellten Wissenssammlung sowie drittens einem "von jedermann gestaltbaren" Community-Bereich. Beim Lexikon und der Wissenssammlung sind die Beiträge von Experten geprüft, nicht aber im Community-Bereich, in den sich jeder einbringen kann.

Kreisky im O-Ton

Am Freitag umfasste die Enzyklopädie 97.531 Objekte, sie wächst als "work in progress" aber von Woche zu Woche, und bis zum Jahresende hofft man, die 100.000 erreicht zu haben. Die Beiträge bestehen nicht nur aus Texten, sondern auch aus Bild- und Tonmaterial und kurzen Filmen, etwa Ausschnitten von Reden des langjährigen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, wovon sich die Anwesenden bei der Präsentation überzeugen konnten.

Die Wissenssammlung, umfasst eine Reihe "Spezial-Lexika", darunter Biografien von Politikern, Komponisten (mit Tonbeispielen), Dichtern und Erfindern, Artikel zu Briefmarken, Orten, Fauna und Flora. Zum Beispiel ist auch das gesamte Werk eines Malers, des Wieners Kurt Regschek, das seine Witwe zur Verfügung stellte, zu finden.

Bis 2017 ist der Betrieb des Austria-Forums gesichert. Die notwendigen Mittel stellte bisher vorwiegend die TU Graz zur Verfügung, auch in Form der Arbeitskraft des Instituts für Informationssysteme und Computer Medien (IICM). Nur etwa 20.000 Euro pro Jahr kamen aus Bundesmitteln. Man hofft auf weitere Zuwendungen von außen, solche wurden etwa auch bereits vom Land Steiermark zugesagt. Sowohl die vier Hauptherausgeber - neben Maurer Trautl Brandstaller, Peter Diem und Helga Maria Wolf - und das etwa 60 Personen umfassende Editorial-Team arbeiten ehrenamtlich mit.

Peter Diem hob den multimedialen Charakter des Angebots hervor, Trautl Brandstaller und Helga Maria Wolf ist wichtig, dass das Projekt keinem falschen Nationalismus dient, sondern im europäischen und globalen Rahmen gesehen wird.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2009-10-09 17:23:42
Letzte Änderung am 2009-10-09 17:24:00

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