• vom 07.10.2009, 17:15 Uhr

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Fußball-Tickets: Gleicher Preis für alle?




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  • VfGH befasst sich mit unterschiedlichen Preisen für Frauen und Männer.
  • Wien. Mit einem ungewöhnlichen Fall befasst sich derzeit der Verfassungsgerichtshof (VfGH): Der Herausgeber eines Wiener Online-Magazins verlangt 20 Euro Schadenersatz, weil er bei zwei Spielen des österreichischen Fußball-Nationalteams mehr zahlen musste als weibliche Besucher. Er fühlt sich "sexuell diskriminiert". Verantwortlich für seinen "Schaden" macht der Kläger den Bund, da dieser eine EU-Gleichbehandlungsrichtlinie nicht rechtzeitig umgesetzt habe.

Locken Damenpreise mehr Frauen in die Stadien? Foto: apa

Locken Damenpreise mehr Frauen in die Stadien? Foto: apa

Locken Damenpreise mehr Frauen in die Stadien? Foto: apa

Locken Damenpreise mehr Frauen in die Stadien? Foto: apa Locken Damenpreise mehr Frauen in die Stadien? Foto: apa

Gestern, Mittwoch, gab es dazu eine erste Verhandlung des VfGH, das Urteil ergeht in den kommenden Wochen.


Der Anwalt des Klägers bestritt in der Verhandlung, dass die unterschiedlichen Ticketpreise berechtigte Ausnahmen gewesen seien.

Es sei nicht Aufgabe des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) oder des Staates, regulierend einzugreifen, um das Interesse von Frauen am Fußball zu erhöhen. Er bezweifle, dass es darum gehe, Frauen den Sport schmackhaft zu machen - vielmehr sei es einziges Ziel des Fußballbundes gewesen, das Stadion zu füllen.

Differenzierung oder Diskriminierung?

Die Rechtsvertreterin des Bundes gestand zu, dass hier eine ungleiche Behandlung stattgefunden habe, dies jedoch mit einer sachlichen Rechtfertigung.

Nicht jede Differenzierung sei auch eine Diskriminierung. Wenn man nun gegen Frauentickets entscheide, könnte es als nächstes rechtliche Schritte gegen Jugend- oder Seniorentickets geben.

Aktuell gibt es das Problem mit den unterschiedlichen Ticketpreisen übrigens nicht mehr. Der ÖFB hat schon beim Testspiel gegen Kamerun vergangenen Sommer keine Damenkarten mehr aufgelegt. Für den Kläger ist dies bereits ein Schuldeinbekenntnis.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2009-10-07 17:15:29
Letzte Änderung am 2009-10-07 17:15:00

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