• vom 17.07.2009, 17:49 Uhr

Archiv

Update: 17.07.2009, 17:50 Uhr

Bizarrer Streit bei HP Martin




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Mandatarin zu Verzicht gedrängt.
  • Wien/Brüssel. (zaw/apa) Rebellion bei den Rebellen: In der "Liste Hans-Peter Martin", deren Mitglieder sich gerne als unbequeme Polit-Rebellen sehen, gibt es dicke Luft. Grund ist ein bizarrer Streit um Mandate.

Am Wahltag war bei Ehrenhauser, Martin, Sabitzer und Werthmann (v.l.n.r.) noch alles eitel Wonne. Foto: apa

Am Wahltag war bei Ehrenhauser, Martin, Sabitzer und Werthmann (v.l.n.r.) noch alles eitel Wonne. Foto: apa Am Wahltag war bei Ehrenhauser, Martin, Sabitzer und Werthmann (v.l.n.r.) noch alles eitel Wonne. Foto: apa

Bei der EU-Wahl hatte die Liste Martin drei Sitze im EU-Parlament ergattert. Der erste ging an Listen-Chef Martin (HPM), der zweite an Listenzweiten Robert Sabitzer und der dritte an Angelika Werthmann, die Nummer drei auf der Liste. Auf Listenplatz vier und damit ohne Mandat stand Martin Ehrenhauser, Martins Büroleiter. Genau diesen wollte HPM aber ins EU-Parlament holen. Laut einem Bericht des "Salzburger Fenster" begann nun eine unschöne Posse.


Nach der Wahl besuchten Sabitzer und Ehrenhauser die Salzburger Philologin Werthmann an ihrem Arbeitsplatz und legten ihr eine Verzichtserklärung vor. Demnach soll sie auf ihr Mandat verzichten, dafür würde ihr Sabitzer nach der Hälfte der Legislaturperiode sein Mandat überlassen. Werthmann verweigerte die Unterschrift, damit bleibt das Mandat bei ihr. Auch ihre Partei kann es ihr nicht mehr wegnehmen. "Jegliche Änderung ist nur mit der Zustimmung der Person möglich", sagt Robert Stein, Leiter der Bundeswahlbehörde im Innenministerium, zur "Wiener Zeitung".

"Rabenmutter"

Um Werthmanns Zustimmung zu bekommen, griffen Ehrenhauser und Sabitzer laut "Salzburger Fenster" in eine der unteren Schubladen. So soll Werthmann in einer E-Mail als "Rabenmutter" bezeichnet worden sein, weil sie als alleinerziehende Mutter einer halbwüchsigen Tochter mit einem Mandat in Brüssel ihr Kind vernachlässigen würde.

Hätte Werthmann verzichtet, dann übrigens nicht zugunsten Ehrenhausers, sondern zugunsten Sabitzers, der zuvor zugunsten Ehrenhausers verzichtet hat. Um das Ganze noch komplizierter zu machen: Werthmann hat nur deshalb ein Mandat, weil die ursprüngliche Listenzweite, Nicole Baumgartner, schon früher verzichtet hat. Die beteiligten Personen waren am Freitag für keine Stellungnahme erreichbar.

Angesichts dieses Streits haben nun Grüne und ÖVP offensichtlich die Möglichkeit gewittert, ihren Klub zu erweitern. Beide Fraktionen wollen mit Werthmann das Gespräch suchen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2009-07-17 17:49:46
Letzte Änderung am 2009-07-17 17:50:00

Werbung




Werbung