• vom 30.06.2009, 16:02 Uhr

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Neuer "Krone"-Kahlschlag: Aus für "Superrudi"




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Von Freddie Kräftner

  • Am Dienstag dieser Woche erschien der letzte "Superrudi & Superstruppi"-Comicstrip in der "Krone", wo er seit 1. März 1998 täglich erschienen war. Er hatte sich schon ziemlich bald bei den Lesern zu einer der beliebtesten Rubriken entwickelt. Er war auch absolute Chef-Sache. Bis zuletzt durfte niemand außer "Krone"-Zar Hans Dichand persönlich die Auswahl des täglichen Streifens treffen.



Der Anfang vom Ende der Story liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Der Zeichner, Markus Szyszkowitz, hatte sich immer den Status eines freien Mitarbeiters behalten und neben der "Krone" auch für andere Zeitungen als Karikaturist gearbeitet. Auch für die "Wiener Zeitung". Dies war für Dichand nie ein Problem - bis Werner Faymann im öffentlichen Interesse aufstieg und somit auch zum Thema dieser Karikaturen wurde.


Zuerst bei einem Zufallstreffer, als nach einer dreiteiligen Gusius-Cäsar-Serie Anfang Juni 2008 (zum erahnbaren politischen Ende von Alfred Gusenbauer) bei der Suche nach Brutus die Wahl ausgerechnet auf den jetzigen Kanzler fiel, und dann bei einer knappen (treffsicheren) Erklärung zur "neuen" EU-Linie der SPÖ.

Dass Faymann persönlich um die Hilfe von "Onkel Hans" ersucht hat, ist natürlich nicht beweisbar.

Für den Karikaturisten, der per Drohbrief vor die Wahl gestellt wurde, andere Karikaturen sofort einzustellen, oder mit einem Ende des "Superrudi"-Strips die Existenzgrundlage (seiner fünfköpfigen Familie) zu verlieren, war die Situation unerträglich. Vor allem, da die Karikaturen in der "Wiener Zeitung" mittlerweile die einzige Möglichkeit waren, eigene (grafische) Kommentare zur Politik abzugeben. Das war ja durch die extreme Selektion in der "Krone" schon lange nicht mehr möglich.

Nach konsequenter Dialogverweigerung seitens Dichand und einem darauf angestrebten Wechsel zu anderen Zeitungen (samt "Superrudi"), der aber scheiterte, beschloss Szyszkowitz, sich die "Meinungsfreiheit" wenigstens durch Beteiligung an Karikaturen unter einem Pseudonym zurückzuholen. Das Ende von "Superrudi" in der "Krone" war besiegelt, als Dichand dahinterkam.



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Dokument erstellt am 2009-06-30 16:02:17
Letzte Änderung am 2009-06-30 16:02:00

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