• vom 21.11.2007, 17:38 Uhr

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Michael Heltau, Doyen des Burgtheaters, kehrt für Soloabende an das Haus zurück und singt "statt zu spielen"

Das Theater ist sein Lebenselixier




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Von Brigitte Suchan

  • "Man muss ihn mögen", meint eine Zuschauerin in der Pause und meint das eher relativierend.

Sie selbst mochte ihn, darin bestand überhaupt kein Zweifel. Aber auch solche, die vielleicht nicht zu den 100-prozentigen Fans des Schauspielers und Entertainers gehören, zollten Michael Heltau am Dienstagabend in der Burg mit Standing Ovations Respekt für sein Programm "Statt zu spielen". Der Doyen des Burgtheaters kehrt mit diesem Solo-Abend zurück auf die Bretter jenes Theaters, die einen großen Teil seiner Welt bedeuteten. Begleitet von den fabelhaften Wiener Theatermusikern singt er Chansons und Wiener Lieder, zitiert Texte von Hugo Thimig, Heinrich von Kleist, Anton Kuh oder Charlie Chaplin.




Wie man ihn kennt
Es ist eine Zusammenstellung, die man von Heltau kennt: Lieder von Brecht und Brel, von Hollaender und Benatzky. Vom kleinen Hotel auf der Wieden bis nach Amsterdam führt der routinierte Alleinunterhalter sein Publikum.

Man hat das alles schon gehört und gesehen von ihm: wie er im Anzug und mit Zylinder ein wenig exaltiert und zunächst auch distanziert die Nummern abspult, sich und dem Publikum kaum eine Atempause gönnt - und doch ist diesmal alles anders, nachdenklicher, besinnlicher. Die Robert Stolz-Petitesse "Servus Du" gerät zur Episode von Schnitzlerschem Format, die Brel- und Weill-Songs sind schärfer pointiert als sonst, die Wiener Lieder melancholischer und bitterer als gewöhnlich.

Die Wiener Theatermusiker unter der Leitung von Tscho Theissing tragen Heltau liebevoll durch den Abend, sind ein wesentlicher Teil der gelungenen Dramaturgie - für Buch und Gestaltung zeichnet Loek Huisman verantwortlich.

Und wenn Heltau mit Nummern wie "Ich spiele" oder "Ich liebe das Milieu" seine Liebe zum Theater zum Ausdruck bringt, weiß man, hier steht einer, für den die Bühnenluft Lebenselixier ist.

Deshalb kann er am Ende auch kaum aufhören und schenkt dem Publikum fünf Zugaben. Nach drei Stunden ist dann endgültig Schluss, obwohl alle Beteiligten wohl noch mehr vertragen hätten.

Statt zu spielen

Michael Heltau und die

Wiener Theatermusiker

Burgtheater, 01/ 514444140

Wh: 26. November,

12., 17., 31. Dezember

Chansons mit Herzblut.



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Dokument erstellt am 2007-11-21 17:38:10
Letzte Änderung am 2007-11-21 17:38:00

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