Ihre Krise ist bereits ein Dauerzustand. Abgesehen von einem winzigen Gewinn 2007 produziert die AUA seit sieben Jahren Verluste am laufenden Band. Selbst unter der inzwischen mehr als zweijährigen Ägide der Lufthansa ist die Sanierung der ehemals teilstaatlichen Airline bisher nicht gelungen. 2011 fiel nach vorläufiger Berechnung ein ähnlich hoher Betriebsverlust an wie 2010, als das Minus rund 65 Millionen Euro betragen hatte.

Dass die rot-weiß-rote Fluglinie nach wie vor Geld vernichtet, obwohl sich ihre Kundenschar vergrößert, lässt nur einen Schluss zu: Alle bisherigen Sparmaßnahmen waren halbherzig. Spät, aber doch ist diese Einsicht auch dem Management gekommen, das nun im Eiltempo und unter dem Druck der Lufthansa ein weiteres Sanierungspaket auf den Weg bringen muss. Wird nicht gegengesteuert, droht die AUA gegen die Wand zu fliegen. Es geht um ihr Überleben im Konzern der Lufthansa. Heuer müssen schwarze Zahlen her, so deren Vorgabe. Andernfalls wäre es gut möglich, dass die Lufthansa ihre Österreich-Tochter fallen lässt und verkauft, so wie sie es jüngst mit der defizitären British Midland bereits getan hat.

Der neue Sparplan, der in diesem Jahr bis zu 220 Millionen Euro bringen soll, ist jedenfalls ein Gebot der Stunde. Jaan Albrecht, der neue Chef der AUA, muss dabei freilich viele Hürden nehmen, damit er das Programm umsetzen kann. Außerdem drängt die Zeit. Denn die geplanten Maßnahmen, die neben weiteren Rabatten bei Lieferanten und einer Straffung des Streckennetzes vor allem radikale Einschnitte bei den Kollektivverträgen (KV) der 6000 Mitarbeiter vorsehen, sollen schon ab März wirksam sein.

Viel hängt deshalb von der Belegschaft ab, ob Albrecht seinen Kurs bis dahin durchsetzen kann. Derzeit sieht es jedoch nicht danach aus. Den Entwurf für einen neuen, billigeren KV lehnen die Betriebsräte des Boden- und Bordpersonals entschieden ab: "Dieses Papier wird nicht verhandelt." Daher hat es bisher auch noch keine Gespräche mit dem Management gegeben. Stein des Anstoßes sind Kürzungen bei Gehaltsvorrückungen und Pensionsleistungen, der Wegfall fixer Inflationsabgeltung, längere Arbeitszeiten für die Piloten sowie neue Abfertigungsregelungen. Zu Recht?

Auch eine "Krisenklausel", mit der die Gehälter nochmals um einen zweistelligen Prozentsatz gestutzt werden könnten, stößt auf Widerstand. Ebenso wird befürchtet, dass es doch - entgegen allen Beteuerungen des Vorstands - einen Personalabbau geben könnte. Von 500 Jobs war am Donnerstag bei einer Protestversammlung des Bordpersonals die Rede.

Albrecht ist nun in Zugzwang. Hält er an seinem KV-Modell fest, läuft alles in Richtung Streik.