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Nach dem Formel-1 Rennen sind die Scheinwerfer der Weltpresse zwar wieder erloschen, die Probleme aber sind nach wie vor vorhanden: Die Unruhen im Inselstaat Bahrain am Persischen Golf haben eine neue Dimension erreicht. Die schiitische Mehrheit dient als Spielball der Machtpolitik am Persischen Golf. Denn regiert wird das Königreich, das 33 Inseln umfasst, von der sunnitischen Herrscherfamilie Al-Khalifa. In den letzten Tagen ist es rund um das alljährliche Formel-1-Rennen wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den mehrheitlich schiitischen Demonstranten gekommen.

Das Credo der Führung: die Schiiten in der Region, sprich der iranische Einfluss, dürfe nicht zu mächtig werden. Hinzu kommt, dass die östliche Ölregion von Saudi-Arabien von Schiiten dominiert wird und an Bahrain grenzt, was die "Angst" der Saudis vor einem schiitischen Bahrain noch zusätzlich schürt. Genau deshalb warf man der Regierung in Teheran Einmischung in die Angelegenheiten Bahrains vor.

Diese sunnitische Oberschicht sitzt aber nicht nur an den Hebeln der Macht, sondern verwaltet auch die lukrativen Öleinnahmen. Viele Regimegegner sitzen in Gefängnissen, darunter auch junge Blogger. Viel berichtet wird aber im Westen nicht über diese Dinge, da die wichtigsten Medien des Landes den Scheichs in Katar und Saudi-Arabien gehören. Leidtragende des Konflikts sind die Zivilisten. Anders als in Syrien und im Irak schauen die westlichen Staaten bei den täglichen Menschenrechtsverletzungen, der Frauenunterdrückung und den Folterungen dezent weg.

Saudi-Arabien ist zufrieden, solange die Ölquellen in der Hand Bahrains bleiben. Und auch Washington hat kein Interesse an einem Regimewechsel, denn hier befindet sich der Stützpunkt der 5. US-Flotte, der die Öltanker am Persischen Golf kontrolliert, damit sie weiter ungehindert die Meerenge von Hormuz passieren können.

Auch der Sport will keine Konsequenzen ziehen: Die Formel-1 Verantwortlichen, allen voran Bernie Ecclestone, sehen keinen Grund, Bahrain als Austragungsort infrage zu stellen. Er will den Vertrag mit dem Golfstaat vorzeitig bis 2021 verlängern.