Uhlich auf den Spuren des nicht ganz so perfekten

Körpers.
Uhlich auf den Spuren des nicht ganz so perfekten
Körpers.

Was ist Schönheit? Wer ist schön und wer nicht? Diese mitunter nicht leicht zu beantwortenden Fragen stellte sich am Wochenende die österreichische Choreographin und Perfomance-Künstlerin Doris Uhlich in ihrem Stück "more than enough", das im Rahmen des ImPulsTanz-Festivals im Museumsquartier zu sehen war.


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Website ImPulsTanz

Website Museumsquartier
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In Pelzmantel, goldenen Highheels und mit Hochsteckfrisur stöckelt Uhlich auf die fast leere Bühne, greift zum Telefonhörer und ruft live vor dem Publikum ausgewählte Personen an, die sie nach ihrem Verständnis von Schönheit befragt und erhält in Bezug auf das heutige gängige Schönheitsideal, unerwartete Antworten. Dann beginnt sie sich auszuziehen, zeigt ihren fülligen Körper nackt.

Akzeptanz des eigenen Körpers


Sie streichelt ihren Bauch und schlägt sich auf die Brüste. Sie tänzelt von einer Pose zur andern. Ist witzig und affektiert dabei, gibt dem Zuschauer das Gefühl, sich über den eignen, nicht perfekten Körper lustig zu machen und gleichzeitig mit voller Akzeptanz dahinter zu stehen. Wie schön können Rundungen doch sein!

All das wird begleitet von Baudelaires Gedicht "Blumen des Bösen", das von der Gefahr der Schönheit sprich. Mit auf der Bühne ist auch die Rosas-Tänzerin Tale Dolven, die nicht nur eine kurze tänzerische Performance gibt, sondern Baudelaire auch ins Englische übersetzt.

Uhlichs Stück ist eine ironische Abrechnung mit einer von Silikonbrüsten und Botox gespritzten Beauty Society.

Die Nacktheit in der Doris Uhlich ihren Körper dem Publikum präsentiert, ist so selbstverständlich und ehrlich. Damit führt sie die allgemein propagierten Schönheitsideale ad absurdum. Ihr Statement ist klar: Nicht der Zeitgeist bestimmt was schön ist, sondern die jeweilige Person selbst. Nämlich ob und wie sie sich gefällt. Diese Freiheit vom Vorurteil anderer, führt schließlich zu einer neuen Lebensqualität, die dann wirklich schön macht.

Performance

more than enough
Von Doris Uhlich
Museumsquartier im Rahmen von ImPulsTanz