Einmal sehr ausgelassen, einmal sehr nachdenklich: (v.l.n.r.) Thomas M. Strobl singt mit Herbert Steinböck "Tralala", Gerold Rudle zeigt mit Markus Marageter "Taktgefühl". Fotos:www.ossifant-foto.at, Ziegler
Einmal sehr ausgelassen, einmal sehr nachdenklich: (v.l.n.r.) Thomas M. Strobl singt mit Herbert Steinböck "Tralala", Gerold Rudle zeigt mit Markus Marageter "Taktgefühl". Fotos:www.ossifant-foto.at, Ziegler

Es ist schon wieder sieben Jahre her, dass sich das Kabarett-Duo Steinböck & Rudle nach sechs gemeinsamen Programmen in elf Jahren getrennt hat; im Guten, wie Gerold Rudle betont. Seither haben sich Herbert Steinböck und er natürlich weiterentwickelt.

Und trotzdem könnte man fast meinen, dass zwischen den beiden noch immer ein stilles Einverständnis herrscht. Denn beide haben - unabhängig voneinander und laut eigenen Aussagen nicht abgesprochen - soeben zeitgleich neue Programme auf die Bühne gebracht, die erstaunliche Parallelen aufweisen. Beide haben sich einen neuen Partner gesucht, der in beiden Fällen Musiker ist - Steinböck spielt mit seinem guten Freund Thomas M. Stobl, Rudle mit Markus Marageter -, und in beiden Programmen spielt nicht gesprochener Text, sondern die Musik die Hauptrolle.

Beim Inhalt gibt es dann aber doch einen Unterschied: Während Steinböck & Strobl in "Tralala" ausgesprochen ausgelassen über die Bühne wirbeln, legt Rudle mit Marageter sein vielleicht nachdenklichstes Programm vor: Er zieht über Bundeshymnen-Reformen her, widmet sich den täglichen Unbillen des Lebens und der Welt an sich, trägt mit seinem Sohn Timmy gemeinsam verfasste Gedichte vor - und lässt vor allem Marageter zeigen, dass der Pianist nicht bloß Begleitmusiker ist, sondern gleichberechtigter Partner und Tonkünstler in diesem Kabarett-Duo. Und ohne ihn wäre Rudles Gesang sicher unsicherer. So aber kommt seine Stimme, die in ihrem Timbre phasenweise schon fast an Wolfgang Ambros zu dessen bester Zeit erinnert, voll zur Geltung, auch wenn Rudle nicht immer alle Töne ganz sauber trifft. Das macht er eben mit Ausdruckstärke absolut wett. Marageter wiederum beweist seine Fähigkeiten als Klaviervirtuose und hat spätestens nach der ersten Einlage das Publikum auf seiner Seite. Und es ist letztlich der stillere Part, der dem Abend seinen Stempel aufdrückt.

So auch bei Strobl, der sich als kongenialer Partner für den Vollblutkomödianten Steinböck erweist. Kein Wunder, haben die beiden doch schon im Wiener Kabarett Simpl jahrelang miteinander gespielt. Jetzt trällern sie sich gemeinsam satirisch durch die Musikgeschichte, wobei sie vor allem alten Hadern neue Würze geben. Ein Riesenspaß.