Vom Kirchengeläut geht es direkt über zur ersten Elvis-Imitation: Das neue Soloprogramm von Hosea Ratschiller spielt auf der Beerdigung seines Großvaters, der als Tschurtschacher Regionalausgabe des King mindestens ortsbekannt war. Dem Programmtitel folgend ("Das gehört nicht hierher"), bietet die Grabrede des Enkels viel Spielraum, um abzuschweifen.

Die Trauergemeinde erfährt also nicht nur, dass der Opa ein feiner Kerl, ein Unterstützer und Ermutiger war - sondern auch, dass es in der Restfamilie durchaus Problemfälle gibt. Vor allem auch die vom sicheren Posten in die Frühpension und dann weiter zur schamanischen Selbstfindung gondelnde Elterngeneration kriegt ihr Fett ab, während Ratschiller mit seinem auf Kosten der schnellen Wuchtel gespielten Reflexionswitz später auch noch das Versagen des Kapitalismus, der Medien oder der Sozialdemokratie abhandelt.

Krisen-Liebe


Die autobiografischen Erfahrungen des jungen Mannes mit Polizeigewalt am G8-Gipfel in Genua und sein Zorn über Neoliberalismus und die Verderbtheit des Systems münden zwar auch in eine Art Wutbürgerrede - anders als bei Roland Düringers diesbezüglicher Unternehmung in "Dorfers Donnerstalk" wird diese aber gleich im Anschluss gebrochen. Ein Umstand, der im Handlungsverlauf freilich wieder einmal etwas mit der Liebe zu tun hat. Diese hilft Ratschillers pünktlich zum 30. Geburtstag in der Realität gestrandetem Bühnen-Ich womöglich doch aus einer persönlichen Krise. Nicht nur trotz eines Anmach-Schmähs aus der Feder des Großvaters bleibt am Ende des Abends stehen: Aufgeben gilt nicht. "Let’s rock, everybody, let’s rock!".