Die Gebrüder Moped in Aktion - © Foto: Kabarett Niedermair
Die Gebrüder Moped in Aktion - © Foto: Kabarett Niedermair

Stellen Sie sich vor, die Veganer erobern die Weltherrschaft. Oder nein, nicht die Veganer, sondern die Fructarier, die sich mit jedem Gemüse, das sie essen wollen, erst ausmachen müssen, ob es das eh in Ordnung findet. Oder nein, nicht die Fructarier, sondern noch schlimmer: Eine Gruppierung, die der Menschheit das Essen an sich verbietet, weil es der Natur schaden könnte: die Kalorienfreie Partei, kurz KFP.

Und jetzt stellen Sie sich vor, das passiert Ihnen ausgerechnet am Vorabend des großen Schnitzel-Wettessen-Finales. Den Gebrüdern Moped geht es in ihrem neuen Kabarettprogramm genau so: Franz Joseph und Martin Moped, die aussichtsreichsten Kandidaten, stehen also vor der Wahl; Hunger oder Exil. Was folgt, ist eine Odyssee, während der sie in Erinnerungen an Bobo-Buffets mit Fairtrade-Bananen aus der Region schwelgen, über Veganer, Fructarier, Actimel und Camper herziehen und irgendwann bei abstrusen philosophischen Fragestellungen landen: "Wenn ich im Zug auf dem Klo sitze, kommt dann ein Fahrstuhl raus?" Und vor allem: "Was tu ich, wenn das Klopapier aus ist?"

Was den übrigen Ablauf der Flucht vor der Hungerpartei betrifft, so stellt sich die Frage: Sparen die Gebrüder Moped bei ihren Darstellungen nicht mit Seitenhieben auf real existierende Politiker? Oder treffen sie aus reinem Zufall gewisse Typen so punktgenau, dass man sie darin wiedererkennt? Und spätestens beim Gastauftritt des lieben Gottes verschwimmt die Grenze zwischen Brachialhumor und Blasphemie. Das aber mit einem so erfrischenden Grinser im Gesicht, dass den Gebrüdern Moped die Absolution noch auf der Bühne zu erteilen ist.

Sie erzählen eine aberwitzige, ziemlich absurde Geschichte, in der doch auch wieder viel Tiefsinniges steckt. Und wenn Sie auch nur morgen im Supermarkt ein bisschen genauer auf die Herkunftsbezeichnungen in der Obst- und Gemüseabteilung achten, haben die Mopeds etwas erreicht . . .