Klaus Eckel und Günther Lainer: Zwei Gegenpole, die einander perfekt ergänzen. - © Volker Weihbold.
Klaus Eckel und Günther Lainer: Zwei Gegenpole, die einander perfekt ergänzen. - © Volker Weihbold.

Wenn Klaus Eckel und Günther Lainer gemeinsam Kabarett machen, prallen zwei Welten aufeinander: Da ist auf der einen Seite der schlaksige Eckel, der den hoffnungslos optimistischen Idealisten gibt, und auf der anderen Seite der rundliche Lainer als frustrierter Grantscherm. Was ihre Figuren gemeinsam haben: Sie müssen Staubbeseitigungsartikel an die Kunden bringen, Eckel einen elektrischen Sauger, Lainer Handfeger und Schauferl. Beide stehen bei 99 Verkaufsabschlüssen, wer als erster 100 hat, wird der Chef vom anderen. Damit hat es sich aber auch schon wieder mit den Gemeinsamkeiten.

Und darum geht es auch in ihrem Dialog - der eigentlich über weite Strecken ein Monolog ist, weil Eckel in einer Tour quasselt, während Lainer ihn beredt anschweigt. Es geht um Grundsätzliches. Darum, dass man sich die Menschen, die einen umgeben, nicht aussuchen kann. Und dass die meisten aneinander vorbeireden, wenn sie miteinander reden: über Beziehungen und Kollegialität, Teleshopping und Werbegags, Freizeit und Burnout, Glück und Unglück, Hodenatmung und Enthaltsamkeit, iPads und Youtube, Lebensphilosophien und Binsenweisheiten, Gott und die Welt, Leben und Tod.

Eine krude Mischung, die einen Abend füllt. Vor allem, weil Eckel nicht nur viel redet (und zwar so, wie er im "VOR-Magazin" schreibt), sondern dabei auch viel zu sagen hat. Und weil Lainer umso weniger redet, sondern auf sympathische Weise vor sich hin grummelt. Und so, wie sie konträrer nicht agieren könnten, ergänzen die beiden einander perfekt.

Klaus Eckel & Günther Lainer:99

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