- © A.C. Schiffleitner
© A.C. Schiffleitner

Er war der Heimwerker der Nation und prägte als "Selfman" eine ganze Generation von Häuslbauern, die seine TV-Tipps dann in die Tat umsetzten. Jetzt ist Andreas Steppan alt geworden. Und in seinem Solo-Kabarettprogramm "Schwerkraft, Linksfahrer und andere Ärgernisse" jammert er genau darüber: Sein Körper ist 52, er fühlt sich aber manchmal an wie 72, Steppan selbst ist eher noch immer 22, und seine Partnerin behandelt ihn, als wäre er 12. Das also ist das Leiden eines Mannes in den "besten Jahren", wie es so schön heißt. Der noch dazu völlig schuldlos eine ordentliche Wampe angehängt bekommen hat und im Gegenzug dafür von seinem Bindegewebe im Stich gelassen wurde. Das Leben spielt dem Steppan einen Streich.

Darüber und noch über vieles mehr erfahren wir an diesem Abend, der zwar mit einem alten Witz beginnt (dem noch einige andere folgen werden), aber vor allem deshalb nicht langweilig wird, weil der Schauspieler und Kabarettist, der einst in Steven Spielbergs "Schindlers Liste" eben doch nicht mitgespielt hat, dafür aber beim Simpl engagiert war, genau weiß, wo er Pointen setzen muss - und wann es genug ist mit dem Lamento über seinen Bauch und er sich einem neuen Thema zuwenden muss, um sein Publikum bei Laune zu halten. Und das amüsiert sich größtenteils prächtig. Denn Steppan trifft immer den richtigen Ton(fall) - kein Wunder bei dieser Stimme, die schon im Fernsehen höchst angenehm war - und beweist einfach Stil. Und der ist keine Frage des Aussehens, sondern der Umgangsformen. Charmant zieht er über Piloten, Mittelspurschleicher oder Hundehalter her und spricht dabei seinen Zuhörern aus der Seele. Er schildert seinen persönlichen Jojo-Effekt bei erfolglosen Wunderdiäten, staunt über Geisterjogger und legt all die Kleinigkeiten auf den Tisch, die ihm den Alltag ständig vermiesen. Das alles natürlich mit viel Selbstironie.

Ein deprimierender Abend? Mitnichten. Vielmehr "eine Art Trost für die Menschen über 40 und eine Warnung für die unter 40", wie es Steppan formuliert. Wir lachen, weil wir all die Situationen, die er mit Witz und auch ein bisschen Boshaftigkeit auf die Bühne bringt, sehr gut aus eigener Erfahrung kennen - und wieder einmal daran erinnert werden, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich über solche Dinge ärgern müssen. Denn: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Den Beweis dafür liefert Andreas Steppan.

Andreas Steppan: Schwerkraft, Linksfahrer und andere Ärgernisse

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