Hitverdächtig: (v.l. n.r.) Bernhard Majcen, Sonja Romei, Paul König und Markus Kofler.
Hitverdächtig: (v.l. n.r.) Bernhard Majcen, Sonja Romei, Paul König und Markus Kofler.

Castingshows, die mit ihrer Wegwerfmusik die Fernsehbildschirme zumüllen, sind nun auch im Kindertheater angekommen. Bei der Castingshow "Erdberg sucht den Superstar" (ESDS) haben "Die prima Stadtmusikanten" mit ihrem Hit "Wir sind vier" die Juroren Hannes Eder, Roman Gregory und Robert Palfrader überzeugt. Jubel auch im Zuschauerraum des Theater Rabenhof.

Der Autor Bernhard Studlar nimmt für "Die prima Stadtmusikanten" Anleihen bei den Bremer Stadtmusikanten. Aus Grimms Märchen wird in seiner Adaption eine launige Satire auf die Medienwelt und das Showbusiness: Der arbeitslose Lehrer Eselhoff (Markus Kofler), der unvermittelbare Herr Hunditsch (Paul König), die glücklose Chorsängerin Miau (Sonja Romei) und der erfolglose Dichter Hahnrei (Bernhard Majcen) versuchen, wie einst das tierische Quartett, ihr Glück als Band. Doch auf den Sieg der Castingshow und einer strapaziösen Welttournee folgt die Ernüchterung: Das Unternehmen macht keinen Spaß mehr. Kann sich die Gruppe in der Folge vom ausbeuterischen Manager emanzipieren?

Temporeich


Regisseur Roman Freigaßner inszeniert die 100-minütige Aufführung tempo- und einfallsreich. Für die Videoeinspielungen fand er prominente Unterstützung von Doris Golpashin bis Barbara Rett.

Das praktikable Bühnenbild von Erich Sperger lässt sich mit wenigen Handgriffen verändern; die Kostüme von Caterina Czepek erinnern mit gewieften Details an die Vorbilder aus der Tierwelt: Herr Hunditsch trägt etwa eine Mütze mit Schlappohren, der Hahnrei hat eine Krawatte mit Federn umgebunden und die Haare zum Kamm toupiert.

"Die prima Stadtmusikanten" ist bereits die dritte Zusammenarbeit von Studlar und Freigaßner für die Kindertheaterschiene des Gemeindebautheaters. Nach "Parzival" (2010) und "Don Quijote" (2011) beweist das Duo nun erneut, wie mitreißend sie altbekannte Geschichten mit zeitgemäßen Mitteln umsetzen können. Mehr davon!