Was erlebt eine Perserin in Wien, die so heißt wie Verdis berühmteste Oper und der irakische Ex-Diktator, nur mit "o"? Richtig, sehr viel und vor allem irritierendes. Ja, Aida Hossein hat es nicht leicht, und dass sie sich am Beginn ihrer Schauspielerkarriere den Künstlernachnamen Loos zugelegt hat, macht es auch nicht wirklich besser. Davon und noch von vielen anderen Dingen, mit denen sie als Wiener Migrantin konfrontiert wird, erzählt die gebürtige Teheranerin in ihrem ersten Solokabarettprogramm mit dem treffende Titel "Hartes Loos". Zum Beispiel von einem Opernbesuch, der ihr zwar wenig Erhellendes zur Musik bringt, dafür aber umso mehr Erheiterndes zum Beziehungsleben eines frustrierten Ehepaares in der Loge; oder vom befreienden Hormonausstoß des Niesens, das je nach Nationalität unterschiedlich zelebriert wird (und auch, warum ihr jeder Nieser wie eine Art Selbstbefriedigung vorkommt); vor allem aber vom Aufeinanderprallen von Orient und Okzident, zwischen denen sie sich zwangsläufig als Austroperserin bewegt.

Wenn Sie so weitermacht, dann hat die sympathische junge Künstlerin das Zeug, ihrem prominenten Landsmann Michael Niavarani Konkurrenz zu machen. Das typisch persische Jammern des Dackelblick-Kabarettisten hat sie schon einmal ganz gut drauf. Und dabei ist sie nicht nur sehr sympathisch, sondern auch quirlig und voller Esprit. Und sollte die Karriere doch einmal stocken, dann bleibt ihr immer noch die Gastronomie - spätestens nach dem nächsten Abstecher dorthin wird siesicher wieder genügend Stoff für ein neues Programm haben. Gehen ihr doch schon in ihrem Erstling die Anekdoten nicht aus . . .

Aida Loos:
Hartes Loos
Termine
http://www.aidaloos.com/Galerie/tabid/64/albumid/2/Aida-Loos.aspx#