Marcus Strahl inszenierte bei den Wachaufestspielen in Weißenkirchen Frantiek Langers "Das Kamel geht durch das Nadelöhr" in der Neufassung von Felix Dvorak. Und stellte dafür ein Schauspielerteam aus Jung und Alt zusammen, wie es stimmiger nicht sein könnte: Da wäre das Komikerpaar Tamás Ferkay und Peter Kuderna, schließlich ergänzt durch Gerhard Dorfer, da sind - reizvoll und facettenreich - Verena Scheitz und Leila Strahl, Paul König und Martin Gesslbauer, da agieren sehr profiliert Sissy Scheikl, Alois Frank, Felix Kurmayer. Alle bieten sie den Rahmen für Waltraut Haas in einer Rolle, die nicht typisch für sie ist, die sie aber bravourös meistert. In dem eher selten gezeigten Volksstück geht es um die Überwindung von Klassengrenzen und um den respektvollen Umgang mit Menschen jedes Standes und jedes Alters.

Brisantes Thema


In Dvoraks Fassung wird auch (das Stück spielt in den 1930er Jahren) die nahende Gefahr des Nationalsozialismus zum brisanten Thema - Unterhaltung mit düsteren Zwischentönen also. Marcus Strahl hält für das Publikum viele Überraschungen bereit und schafft es, dass man nicht allzu sehr bedauerte, dass die Premiere wetterbedingt in der Wachauhalle und nicht im Teisenhoferhof stattfand. Auch Bühnenbild (Erwin Bail) und Kostüme (Christine Zauchinger) kamen voll zur Geltung.

Am Schluss überreichte Intendant Marcus Strahl seiner Mutter Waltraut Haas den neugeschaffenen Erwin-Strahl-Gedenkring, dessen nächsten Träger auf Lebenszeit sie selbst bestimmen wird.