Berlusconi-Gegnerinnen machten vor dem Mailänder Gericht ihrer Empörung über die Politik und die Vergehen des Premierministers Luft. Foto: ap/Luca Bruno
Berlusconi-Gegnerinnen machten vor dem Mailänder Gericht ihrer Empörung über die Politik und die Vergehen des Premierministers Luft. Foto: ap/Luca Bruno

Berlusconi hatte wegen Amtsverpflichtungen an dem Prozessauftakt ebenso wenig teilgenommen wie Ruby selbst.

Rubys Anwältin Paola Boccardi kündigte entgegen anderslautenden Spekulationen in den vergangenen Tagen an, dass sich ihre Klientin nicht als Nebenklägerin an dem Verfahren beteiligen wolle, denn das würde bedeuten, dass Ruby zugebe, in die Villa Berlusconis gegangen zu sein, um sich zu prostituieren.

Auch Giorgia Iafrate, eine von insgesamt drei Polizeifunktionären, die von Berlusconi in der Nacht vom 27 auf den 28. Mai 2010 telefonisch bedrängt wurden, die festgenommene Ruby freizulassen, will sich laut Angaben ihres Anwaltes nicht als Nebenklägerin an dem Verfahren beteiligen. Von Berlusconis Anwalt Giorgio Perroni wurde das als gute Nachricht bezeichnet. Er gab sich überzeugt, dass sich in dem Prozess zeigen werde, dass die Vorwürfe gegen seinen Klienten haltlos seien.

Vor dem Mailänder Gericht hatten sich neben hunderten Journalisten und Fernsehteams auch Gegner und Anhänger Berlusconis mit Spruchbändern eingefunden.

Im Parlament in Rom hatte die Regierungsmehrheit am Dienstagabend mit 314 gegen 302 Stimmen der Opposition die Zuständigkeit des Mailänder Gerichts in Frage gestellt und ein Ministertribunal als kompetent festgestellt. Jetzt muss das Verfassungsgericht entscheiden, ob der Prozess in Mailand oder vor einem Ministertribunal in Rom geführt werden soll. Der Ruby-Prozess selbst wird dadurch nicht behindert, es könnte aber zugunsten Berlusconis neuerlich zu einer Verzögerung kommen.