Rom. (rm) Nur wenige Tage vor den Gemeinderatswahlen in mehr als 1000 Kommunen hat die römische Staatsanwaltschaft den Senat um die Erlaubnis zur Festnahme des früheren demokratischen Senators Luigi Luisi ersucht, der unmittelbar nach Bekanntwerden der von ihm verübten Malversationen Anfang Februar 2012 aus der Partei ausgeschlossen worden war. Luisi wird vorgeworfen, als Schatzmeister der kleinen, chrisdemokratischen Partei Margherita 21,6 Millionen Euro aus dem Parteivermögen veruntreut zu haben.

Das Geld soll er nach Kanada überwiesen und auf 90 Tranchen aufgeteilt haben, die einer Gesellschaft überwiesen wurden, deren einziger Eigentümer er selbst war. Dann wurde das Geld nach Italien zurücküberwiesen, wo Luisi es in Rom und anderen Provinzen in Immobilien investierte, wobei er Verwandte als Strohmänner vorschob.

Die Margherita-Partei, deren Schatzmeister er war, hatte sich 2007 mit den aus der ehemaligen Kommunistischen Partei hervorgegangenen Linksdemokraten zur Demokratischen Partei zusammengeschlossen.

Über Luisis Frau Giovanna Petricone und zwei Männer, die die Interessen der Immobiliengesellschaft vertreten haben, die dem Senator gehörte, wurde Hauarrest verhängt.

Heftige Reaktionen auf Bossis Ankündigung

Für heftige Reaktionen innerhalb der rechtspopulistischen Partei Lega Nord sorgte die Ankündigung des wegen eines Finanzskandals zurückgetretenen Parteigründers Umberto Bossi, im Juni wieder für die Parteiführung antreten zu wollen.

Der Lega-Nord-Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, ein entschiedener Bossi-Gegner, der am Sonntag zur Wiederwahl antritt, sprach von einer inopportunen Wiederkandidatur Bossis. Tosi, den Bossi noch vor einigen Monaten am liebsten aus der Partei gedrängt hätte, tritt für Ex-Innenminister Roberto Maroni als neuen Lega-Chef ein. Ähnlich äußerte sich der Abgeordnete Matteo Salvini, auch er ein Maroni-Anhänger, der in Bossis Ankündigung nur eine Hilfe für jene sieht, "die von den Desastern der Regierung Monti ablenken wollen".