Prishtina/Belgrad. Gut 13 Jahre nach dem Ende des Krieges der Albaner im Kosovo gegen die serbische Herrschaft wird der Kosovo als jüngster Staat Europas in wenigen Monaten voll und ganz souverän. In Wien ist am Montag das Ende der internationalen Überwachung der Unabhängigkeit des Kosovo beschlossen worden. Den bereits im Jänner angekündigten Beschluss fasste der Internationale Lenkungsrat, der aus 25 Unterstützer-Staaten der Unabhängigkeit - darunter Österreich und weiter EU-Staaten, die USA und die Türkei - besteht am Montag in Wien. Demnach soll die internationale Überwachung auslaufen und der Kosovo im September seine volle Souveränität erlangen. "Die internationale Überwachung endet mit heute", erklärte Außenminister Vizekanzler Michael Spindelegger.

Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte die Unabhängigkeit am 17. Februar 2008 nach dem Krieg der Kosovo-Albaner gegen Serbien 1998/99, in den die NATO mit Bomben auf die damalige Bundesrepublik Jugoslawien eingegriffen hatte, und fast zehn Jahren der UNO-Übergangsverwaltung ausgerufen. Die internationale Überwachung sah der Status-Plan des UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari vor, den Belgrad ablehnte, der aber trotzdem umgesetzt wurde. Im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo ist seine Umsetzung allerdings noch ausständig.

Das Internationale Zivilbüro (International Civil Office/ICO), das seit Ende Februar 2008 über die Umsetzung von Ahtisaaris Status-Plans, den die Kosovo-Serben und auch Belgrad ablehnen, wachte, wird laut seinem Chef Pieter Feith seine Arbeit Mitte September beenden. Die kosovarischen Institutionen sind nach Meinung des niederländischen Diplomaten in den letzten viereinhalb Jahren genügend gefestigt worden.

Probleme im Norden des Landes
Bereits im Jänner hatte sich der Lenkungsrat in Wien darauf geeinigt, die Überwachung noch heuer zu beenden und das ICO zu schließen, wie Feith damals ankündigte. Der offizielle Beschluss wird aber erst heute gefasst.

Probleme im Kosovo gibt es weiterhin im Norden des Landes, wo die dort dominierende serbische Volksgruppe die Autorität der albanisch-geführten Regierung in Prishtina (serbisch: Pristina) und die Umsetzung des Ahtisaari-Planes, der u.a. Minderheitenschutz, den Schutz serbisch-orthodoxer Kirchengüter und weitgehende lokale Selbstverwaltung umfasst, ablehnt.