1990: Die Republik Zypern beantragt die EU-Mitgliedschaft. Als Bedingung gilt die Lösung des Zypernkonfliktes: 1974 hat die Türkei den Nordteil besetzt, seit 1983 ist die Insel geteilt.

24. April 2004: Die UNO schlägt einen Staat mit zwei getrennten Bundesstaaten vor. Der "Annan-Plan" wird beiden Volksgruppen separat zur Abstimmung vorgelegt. Die Zypern-Türken stimmen dafür, die Zypern-Griechen votieren dagegen. Also tritt nur der südliche griechische Teil der EU bei.

1. Mai 2004: Bei der fünften und bisher größten Erweiterungsrunde tritt Zypern der EU bei - neben Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

1. Jänner 2008: Zypern und Malta führen den Euro ein.

Oktober 2011: Ein Schuldenschnitt für Griechenland wird beschlossen - Zypern trifft das hart: Zwei große Banken erleiden im Fahrwasser Verluste von zusammen 4,5 Milliarden Euro.

25. Juni 2012: Zypern bittet die Eurozone offiziell um Hilfe.

1. Juli 2012: Trotz der Krise übernimmt Zypern für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft.

8. Oktober: Die EU drängt Nikosia, einen Rettungsplan zu akzeptieren, der Beamtengehälter um 15 Prozent kürzt und die Mehrwertsteuer hebt. Die regierenden Kommunisten der Akel-Partei ziehen die Verhandlungen in die Länge.

3. November: Laut "Spiegel" bunkern russische Staatsbürger auf Zypern 26 Milliarden Dollar.

22. November 2012: Die zypriotische Regierung beziffert den Finanzbedarf des Landes mit rund 17 Milliarden Euro.

21. Dezember: Russlands Präsident Wladimir Putin schließt Hilfe für Zypern nicht aus.

Die Zypernkrise - eine Chronologie

24. Februar 2013: Der Konservative Nikos Anastasiades wird neuer Präsident Zyperns. Er gilt als Sparkursbefürworter.

4. März: Nikosia stimmt einer unabhängigen Prüfung der Finanzströme auf die Insel zu, um Geldwäsche zu bekämpfen.

16. März: Die Euro-Finanzminister und der IWF unterstützen Zypern mit bis zu 10 Milliarden Euro. 7 Milliarden muss Nikosia aufbringen: 5,8 Milliarden durch eine Abgabe auf Bankeinlagen, den Rest durch höhere Staatseinnahmen, Privatisierungen und höhere Unternehmenssteuern.

17. März: Nach empörten Bürgerprotesten verschiebt die Regierung die geplante Parlamentsdebatte über das Hilfspaket.

18. März: Nikosia will das Paket neu verhandeln. Die Banken bleiben geschlossen, um panikartige Abhebungen von den Konten zu verhindern. Die Eurozone fordert Nikosia auf, Einlagen bis 100.000 Euro zu garantieren.

19. März: Die Regierung will Bankeinlagen unter 20.000 Euro von der Abgabe ausnehmen. Dennoch erhält das Rettungspaket im Parlament keine einzige "Ja"-Stimme. Tausende Zyprioten jubeln vor dem Parlament.

20. März: Finanzminister Michael Sarris kehrt mit leeren Händen zurück - von Moskau ist keine Hilfe zu erwarten.

21. März: Zyperns "Plan B" ist ein Solidaritätsfonds, der mit Goldreserven, mit Kapital der Kirche und aus der Pensionskasse gefüllt werden soll und Staatsanleihen ausgibt.

26. März: Die Europäische Zentralbank kappt die Notfallkreditlinie für Zyperns Banken, falls es noch keine Lösung gibt.

Juni 2013: Zypern muss eine milliardenschwere Staatsanleihe zurückzahlen.