Fußgänger leben in Städten gefährlich. Die EU denkt über neue Sicherheitsmaßnahmen nach. - © APAweb / Valerie Mayr-Birklbauer
Fußgänger leben in Städten gefährlich. Die EU denkt über neue Sicherheitsmaßnahmen nach. - © APAweb / Valerie Mayr-Birklbauer

Brüssel. Österreich liegt beim Anteil von Fußgängern an den Opfern tödlicher Straßenverkehrsunfälle in Stadtgebieten mit 42 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt von 37 Prozent. Den höchsten Prozentsatz mit 57 Prozent gibt es in Irland, den niedrigsten in den Niederlanden. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas erklärte am Montag in Brüssel, im internationalen Vergleich liege die Europäische Union in diesem Bereich ausgezeichnet, doch sei jeder Verkehrstote zuviel.

Im Stadtverkehr seien Fußgänger und Radfahrer den größten Risiken ausgesetzt. Dieses Risiko werde in wachsenden Städten mit ständig zunehmendem Verkehrsaufkommen eher größer als kleiner.

Von 30.000 Menschen, die jährlich auf Europas Straßen sterben, seien durchschnittlich 21 Prozent Fußgänger, sieben Prozent Radfahrer und 18 Prozent Motorradfahrer. 70 Prozent der tödlichen Fußgängerunfälle ereigneten sich in Stadtgebieten. Die Kommission kündigte neue Vorschläge an, um den Risiken besser entgegentreten zu können. So soll es neue Vorschriften für die Auslegung von Lkw-Fahrerkabinen geben - vor allem für ein besseres Sichtfeld des Fahrers. Darüber hinaus müsse es innovative Maßnahmen für eine nachhaltigere städtische Mobilität geben, auch im Hinblick auf mehr Sicherheit für gefährdete Verkehrsteilnehmer.

Nach den Niederlanden mit 18 Prozent folgen beim Anteil von Fußgängern bei tödlichen Verkehrsunfällen im EU-Vergleich (Zahlen aus 2011) Bulgarien (20 Prozent), Belgien (26), Italien (28), Dänemark (29), Slowenien (30), Griechenland (31), Frankreich (32), Portugal (34), Schweden (36), Deutschland und Finnland (je 38), Zypern (40), Großbritannien, Tschechien und Estland (je 41), Luxemburg und Österreich (je 42), Ungarn (44), Polen und Rumänien (je 47), Spanien (48), Lettland (49; Slowenien (55) und Irland (57). Keine Daten lagen aus Malta und Litauen vor.