Die tschechische Regierung unterstützt weiterhin den geplanten Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin, obwohl sich kritische Stimmen mehren, dass sich das Projekt ökonomisch nicht lohnen werde. - © APAweb/Armin Weigel dpa/lby
Die tschechische Regierung unterstützt weiterhin den geplanten Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin, obwohl sich kritische Stimmen mehren, dass sich das Projekt ökonomisch nicht lohnen werde. - © APAweb/Armin Weigel dpa/lby

Prag. Die tschechische Regierung unterstützt weiterhin den geplanten Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin, obwohl sich kritische Stimmen mehren, dass sich das Projekt ökonomisch nicht lohnen werde. Dies bestätigte Premier Petr Necas bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Prag. Necas sagte, bis 2020 werde man mehrere Braunkohlenkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.800 Megawatt abschalten müssen. Deswegen "ist es klar, dass nach 2025 einige zusätzliche Kapazitäten in Betrieb genommen werden müssen".

Eine starke Industrie braucht Strom

Die tschechische Wirtschaft wird laut Necas die Energie aus dem ausgebauten Temelin brauchen, weil sie eine starke Industrie habe, die stabile Stromlieferungen benötige. Die tschechische Industrie trage mit etwa 40 Prozent zum Bruttoinnlandprodukt und zur Schaffung der Arbeitsplätze bei, was einer der höchsten Anteile in der EU sei.

Beim Ausbau Temelins geht es um den Aufbau eines dritten und vierten Blocks im Wert von rund 200 Mrd. Kronen (7,67 Mrd. Euro). Die Blöcke sollten bis 2025 fertiggestellt sein. Noch heuer soll die Prager Regierung entscheiden, welche Firma die Technologie liefern wird.