London. Nach dem erstmaligen Einzug der EU- und Migrantenfeindlichen United Kingdom Independent Party (UKIP) ins britische Unterhaus hat die Partei weiter Auftrieb. Laut einer Umfrage der "Mail on Sunday" käme UKIP auf 25 Prozent der Stimmen, wenn am Sonntag ein neues Parlament gewählt würde.

Die konservativen Tories von Premierminister David Cameron und die oppositionelle Labour-Partei lagen in der Erhebung vom Freitag mit 31 Prozent Kopf an Kopf, die Liberalen bei acht Prozent. An der von der Sonntagszeitung veröffentlichten Umfrage des Instituts Survation nahmen 1.003 Bürger teil.

Bei einer Nachwahl im südostenglischen Clacton-on-Sea hatte UKIP-Kandidat Douglas Carswell am Donnerstag mit fast 60 Prozent der Stimmen den ersten Unterhaus-Sitz für seine Partei erobert. Ihren bisher größten Erfolg erzielte die Partei bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai. Mit 27,5 Prozent der Stimmen wurde sie sogar stärkste politische Kraft in Großbritannien.

Cameron verspricht EU-Referendum

Die Parlamentswahl findet im Mai statt. Sollte die UKIP so stark wie derzeit bleiben, könnte sie dabei auf 128 Sitze kommen, sagte der Politologe John Curtice der "Mail on Sunday". UKIP-Chef Nigel Farage würde dann "zum Königsmacher in Westminster". Mit ihren ausländer- und EU-feindlichen Positionen treiben die Unabhängigen vor allem Premier Cameron vor sich her. Rufe aus dessen Lager zu einem Pakt mit UKIP erteilt Farage eine Absage.

Cameron hat angesichts der UKIP-Erfolge bereits vor einiger Zeit die Flucht nach vorn ergriffen. Er verspricht den Briten für den Fall eines Wahlsiegs im kommenden Jahr ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU, das im Jahr 2017 stattfinden soll. Bis dahin will er die Stellung des Königreichs in der EU von Grund auf neu verhandeln.