Barcelona/Wien. Francesc Homs, Sprecher der katalanischen Regierung, erklärte am Donnerstag, Katalonien plane neue Vertretungen in Wien als auch in Rom zu eröffnen. Damit soll international die institutionelle Repräsentanz der mit dem Abspaltungsgedanken flirtenden autonomen Gemeinschaft Spaniens verstärkt werden.

In einem nicht bindenden Referendum hatten Anfang November fast 81 Prozent für die Abspaltung von Spanien gestimmt. Allerdings hatte sich deutlich weniger als die Hälfte der schätzungsweise 5,4 Millionen Wahlberechtigten in Katalonien beteiligt. Die Zentralregierung in Madrid sieht die Unabhängigkeitsbestrebungen in Barcelona als verfassungswidrig an.

Katalonien verfügt bereits über eine Vertretung in Brüssel, die verstärkt werden soll, sowie über Vertretungen in Berlin, Paris, London, New York und Washington.

Francesc Homs kündigte die neuen Vertretungen bei seiner Rede in der Universität Rom III an. Homs war dort anlässlich einer Konferenz zu Katalonien mit dem Titel "Der Fall Kataloniens: Transformation der Staaten, Selbstdeterminierung und der Prozess der Europäischen Föderalisierung" an. Homs betonte einmal mehr, dass die katalanische Unabhängigkeitsbewegung einen zutiefst "pazifistischen und proeuropäischen Charakter habe".

Barcelona wirbt derzeit mit einer Charmeoffensive an prestigeträchtigen Universitäten um Verständnis für den eigenen Unabhängigkeitswillen in ganz Europa. Die Rede in Rom war ein Teil des Zyklus, der im Juni 2013 mit einer Rede an der Sciences Po in Paris gestartet ist. Weitere Konferenzen fanden in London, Sevilla, Uppsala, Toulouse, Lissabon, Utrecht, Santiago de Compostela, Oslo, Genf, Reykjavik und Berlin statt. Die nächste Konferenz über die katalanische Transformation wird nächste Woche, am 9. Dezember, in Wien stattfinden.