Moskau/Kiew. Im Ukraine-Konflikt hat Russland die Einstufung als "Aggressorstaat" durch das Parlament in Kiew scharf kritisiert. Der "unbedachte und verantwortungslose" Beschluss erschwere die Suche nach einem Kompromiss in der tiefen Krise, sagte Vizeaußenminister Grigori Karassin am Dienstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

  Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow verglich den Beschluss des Parlaments in Kiew mit "Stalin-Willkür". Auch das Regime des Sowjetdiktators Josef Stalin habe "Todesurteile ohne objektiven Gerichtsprozess gefällt", sagte der Parlamentarier.

  Die Rada in Kiew hatte am Dienstag ukrainischen Medien zufolge auch ein Gesetz in erster Lesung angenommen, das die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk als Terrororganisationen einstuft. "Wenn diese Entscheidung bestätigt wird, bedeutet sie das Ende von Friedensgesprächen, weil kein Staat der Welt Verhandlungen mit Terroristen führt", warnte Separatistensprecher Wladislaw Dejnego.