Warschau. Die Krise an den Ostgrenzen der NATO hat laut dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski tief greifende Veränderungen für die Sicherheit Polens und der Region zur Folge. Bei der Eröffnung der Jahreskonferenz der polnischen Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums in Warschau betonte er, dass die Veränderungen einen festen oder zumindest langwierigen Charakter haben werden.

"Unsere Antwort ist die politische Unterstützung für die Ukraine bei ihren Anstrengungen für den Erhalt der Souveränität und der territorialen Integrität und das Engagement zur Stärkung der Ostflanke der NATO sowie die Stärkung des Bündnisses als Gesamtheit", erklärte Komorowski. Die Entwicklungen haben laut Komorowski bestätigt, dass es richtig war, vor einigen Jahren die Strategie der polnischen Streitkräfte anzupassen: Konzentration auf die Fähigkeit, das eigene Hoheitsgebiet und die anderen NATO-Mitglieder zu schützen, satt eine "Expeditionsarmee" aufzubauen.

Verteidigungsbudget verdoppelt

Laut Komorowski wurde im Rahmen der Modernisierung das Verteidigungsbudget in vergangenen Jahren auf bis zu 32 Milliarden Zloty (7,74 Mrd. Euro) verdoppelt. Zugleich verwies er auf hohe Verteidigungsausgaben Russlands.

Die Hauptthemen der Warschauer Verteidigungskonferenz mit den Spitzen des polnischen Militärs und der Regierung sind der Konflikt in der Ukraine, die Modernisierung der Streitkräfte und die Vorbereitung des NATO-Gipfels im Jahr 2016. Ehrengast war die deutsche Vereidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie kündigte vor dem Hintergrund der Spannungen mit Russland ein stärkeres deutsches Engagement in Polen an. Bis zu 2.000 Bundeswehr-Soldaten würden heuer an militärischen Übungen in dem Nachbarland teilnehmen, sagte von der Leyen laut Redetext auf der Generalstagung in Warschau.

Gemeinsame U-Boot-Besatzungen

"Deutschland steht als europäische Nation, als NATO-Verbündeter und als Nachbar an der Seite Polens und der baltischen Staaten", versicherte von der Leyen demnach. Sie verwies auch auf Pläne, beiderseits der Grenze im Rahmen eines Austauschs ein deutsches Bataillon unter polnisches Kommando und ein polnisches Bataillon unter deutsches Kommando zu stellen. Auch könne es gemeinsame U-Boot-Besatzungen geben.

Von der Leyen sprach von einem "tiefen Vertrauensbeweis", den diese Zusammenarbeit 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges bedeute. Zwischen Deutschland und Polen gibt es auch bereits Kooperationen im Marinebereich sowie die gemeinsame Teilnahme zusammen mit Dänemark an einem multinationalen Korps in der polnischen Stadt Szczecin (Stettin).