Wien. Am Wochenende haben insgesamt 15.000 aus Ungarn kommende Flüchtlinge die Grenze nach Österreich passiert. Ein Großteil davon ist bereits nach Deutschland weitergereist, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntagabend auf APA-Anfrage mitteilte. Lediglich 90 Personen davon haben nach Angaben der "Zeit im Bild" einen Asylantrag gestellt. Das Ministerium bestätigte diese Zahl.

Die derzeitige Informationslage aus Ungarn von behördlicher Seite sei "relativ dürftig", deshalb gebe es "wenig Grundlage, um seriöse Einschätzungen" über die Entwicklungen - in den Nachtstunden - geben zu können. Montagfrüh soll es dann eine endgültige Bilanz geben, sagte der Sprecher Karl-Heinz-Grundböck. Laut deutschen Medien kamen am Wochenende etwa 14.000 Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland.

Kurze Verschnaufpause

In Nickelsdorf gab es für die Einsatzkräfte am Sonntagabend zumindest eine kurze Verschnaufpause. "Es ist alles ruhig", im Ort sei mittlerweile kein Flüchtling mehr. Alle, die ankamen, seien bereits weitergereist, so Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching zur APA.

"Es ist so, dass offensichtlich das Meiste vorbei ist", so Fasching. Die Ungarn würden keine Busse mehr zur Grenze schicken. Einige internationale Züge seien durch Nickelsdorf durchgefahren. Allerdings: "Der Nachzug ist nach wie vor da, keine Frage", meinte der Generalmajor. Täglich würden weiterhin 2.500 bis 3.000 Flüchtlinge die Grenze von Serbien nach Ungarn passieren. Lediglich am Samstag seien es rund 1.000 Personen und somit etwas weniger gewesen. Auch auf dem Wiener Westbahnhof und Hauptbahnhof war die Lage am Sonntagabend ruhig.