Kiew/Donezk. Im Kriegsgebiet Ostukraine sorgt ein neues Arbeitsverbot für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) für Aufregung. MSF sei sehr beunruhigt über diesen Schritt, für den die prorussischen Aufständischen keine Begründung gegeben hätten, teilte MSF-Einsatzleiter Bart Janssens mit. "Dieser Entscheid hat lebensbedrohliche Folgen für die Patienten, die wir nun zurücklassen müssen", warnte er.

Die Separatisten hatten zuvor mitgeteilt, dass sie unter anderem dem Roten Kreuz Zugang zum Konfliktgebiet erlaubt hätten, einen Antrag von MSF aber noch prüfen wollten.

Ärzte ohne Grenzen liefert nach eigener Darstellung den Großteil von Medikamenten zur Behandlung von Nierenleiden und Diabetes in den von einer großen humanitären Notlage geplagten Donbass. Bereits im September hatte eine vorübergehende Ausweisung von Hilfsgruppen aus dem Konfliktgebiet scharfe internationale Kritik ausgelöst.

Vor der Kommunalwahl in der Ukraine an diesem Sonntag kam es nach Angaben der Konfliktparteien am Samstag zu vereinzelten Verstößen gegen die Waffenruhe, unter anderem am völlig zerstörten Donezker Flughafen. In den abtrünnigen Gebieten Donezk und Luhansk boykottieren die Separatisten die Kommunalwahl. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für die prowestliche Führung in Kiew.