Budapest. Der staatlichen Auszeichnung des umstrittenen ungarischen Publizisten und Journalisten Zsolt Bayer wird mit massiven Protesten begegnet. Bayer wird wegen seiner rassistischen Auftritte in den Medien auch als "Hassprediger" bezeichnet. Er hatte anlässlich des heutigen ungarischen Nationalfeiertages (20. August) das Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn erhalten.



Bayer gilt als Freund des rechtspopulistischen ungarischen Premiers Viktor Orban. Laut Medienberichten vom Samstag fordert die sozialliberale Opposition den ungarischen Staatschef Janos Ader auf, die Auszeichnung umgehend zurückzunehmen. Auch die jüdische Gemeinde protestiere und hinterfragte, mit welcher Leistung Bayer, der sich immer wieder als Antisemit präsentierte, diesen Orden verdient hätte. Jenö Kaltenbach, ehemaliger Ombudsmann für Minderheiten in Ungarn, kündigte an, wegen der Bayer-Ehrung seinen einst erhaltenen Verdienstorden zurückzugeben.

Bayer, Mitbegründer der Regierungspartei Fidesz-MPSZ, hatte die Roma als "Tiere und Mörder" beschimpft, die "nicht existieren sollten". Auch ist der umstrittene Publizist für seine antisemitischen Angriffe auf Juden bekannt. Die grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek hatte gegen Bayer wegen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch dessen beleidigende Aussagen im ungarischen TV geklagt. Bayer hatte Lunacek wegen ihres Eintretens für die Pressefreiheit in Ungarn als "gehirnamputierte, an Krätze leidende Idiotin" beschimpft. Das Amtsgericht in Budapest bestätigte Lunacek und verurteilte Bayer zur Strafzahlung.