Wien. "Ein österreichischer Fotograf, der schon einmal für die ,New York Times‘ fotografiert hat, darf in Mistelbach keine Hochzeitsfotos machen - das ist absurd", erklärt ein Fotograf der "Wiener Zeitung". In Österreich wird nämlich gewerblich zwischen Pressefotograf und Berufsfotograf unterschieden: Der Pressefotograf darf im freien Gewerbe nur für Medien arbeiten, während es für den Berufsfotografen eine Reglementierung gibt - er muss daher den Behörden einen Befähigungsnachweis vorlegen.

Eine unabhängige Arbeitsgruppe von rund 50 professionellen Fotografen, die für die wichtigsten Werbekunden im Land arbeiten, sowie die namhaftesten Pressefotografen des Landes laufen schon länger gegen diese Regelung Sturm - und werden erstmals gehört: Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat einen Novellierungsentwurf zur Liberalisierung in Begutachtung geschickt. Die Fotografen befürchten allerdings, dass die Novelle von der Innung noch gekippt werden könnte. Die Argumente der Innung: Die duale Ausbildung wird ausgehebelt und sowohl Qualitätssicherung als auch der Konsumentenschutz gefährdet.

Die Fotografen sind aber der Meinung, dass sich in dieser Branche ohnehin nur Qualität durchsetzt - und um die zu erkennen, braucht man heute nur kurz ins Internet schauen.