Mexiko-Stadt. Archäologen haben Höhlenmalereien in Nordmexiko als 700 Jahre alte Darstellungen von Schamanenritualen identifiziert. Die fünf Malereigruppen in der Cueva de los Osos, 69 Kilometer von der Stadt Chihuahua entfernt, entstanden während der Anfang des 19. Jahrhunderts ausgestorbenen Concho-Kultur, teilte das mexikanische Anthropologie-Institut (INAH) mit.

Nomadenkultur

Unter den dargestellten Figuren wiederholen sich rituelle Schamanen-Szenen. Die Abbildung eines Reinigungsbads und eines Totentanzes für gestorbene Jäger gäben neue Hinweise zum Verständnis der Concho-Kultur, erklärte der Archäologe Arturo Guevara. Auch Tiere - Wildschweine, Bären, Schlangen und Vögel - sowie geometrische Figuren seien auf den gelblichen Höhlenmalereien zu sehen. Sie entsprächen der frühen Concho-Kultur, als deren Mitglieder noch Nomaden waren.

Die Höhlenmalereien waren Mitte 2011 in einer neun Meter tiefen Höhle am Rand der Sierra de la Campana entdeckt worden. Die Concho-Indianer lebten zwischen 1300 und 1800 in der Umgebung von Chihuahua. Erst nach der Ankunft der Spanier wurden sie sesshaft.