Wien. Der Osterhase kommt zwar erst am Sonntag, in der Wiener Albertina ist das ansonsten eher scheue Tier aber schon jetzt präsent - in der Gestalt von Albrecht Dürers berühmtem Feldhasen. Den ließ der Künstler Ottmar Hörl am Donnerstagvormittag als großen Bruder des Originals in der aktuellen Ausstellung als pinke, überdimensionale Polyester-Skulptur per Kran auf das Flügeldach des Museums heben.

Bis zum Ende der Schau "Dürer, Michelangelo, Rubens. Die 100 Meisterwerke der Albertina" am 29. Juni ist die 20-fache Vergrößerung des Originals vom Vorplatz aus zu bewundern. "Kunst ist künstlich", fasste Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder am Donnerstag gegenüber der APA die intendierte Signalwirkung des Hörl-Hasen zusammen. Schließlich werde durch die ungemeine Popularität des Dürer-Hasen vergessen, dass auch dieser die Wirklichkeit nicht abbilde.

Hinweis auf die Künstlichkeit des "Feldhasen"

So messe das Meisterwerk nur ein Viertel der Größe eines echten Feldhasen, weiters sei er immerhin auf weißem Hintergrund ohne jegliche Landschaft dargestellt. Mit der deutlich sichtbaren Abstraktion des pinken Hörl-Hasen wolle man auch auf die Künstlichkeit des "Feldhasen" hinweisen.

Am Ende seiner Residenz auf dem Vordach will die Albertina das Werk an den Meistbietenden verkaufen, so Schröder. Der Startpreis liegt bei 5.000 Euro. Seinen Ursprung hat der Hörl-Hase im Jahr 2003, als der deutsche Konzeptkünstler und Bildhauer Ottmar Hörl in Albrecht Dürers Heimatstadt Nürnberg einen visuellen, künstlichen Rasen aus 7.000 seriellen "Dürer-Hasen" in vier verschiedenen Grüntönen erzeugte.