eit hundert Tagen leitet Monika Sommer das Haus der Geschichte Österreich (HGÖ), das am 12. November 2018 mit einer Ausstellung zum Republiksjubiläum in der Neuen Burg eröffnen soll.

- Seit 100 Tagen leiten Sie nun das HGÖ, das in weniger als eineinhalb Jahren eröffnen soll. Wie gestalten sich die Vorbereitungen?

Monika Sommer: Ich habe am 13. Februar - zunächst alleine - angefangen. Das Tolle ist, dass ich mir mein Team selbst zusammenstellen konnte. Momentan sind wir - inklusive zweier Kuratoren - zu fünft, mit Juni wird das Team um weitere drei Personen verstärkt. Es gibt zahlreiche Aufgaben, die parallel zu meistern sind, darunter zwei Bauprojekte: Einerseits läuft in Absprache und unter Federführung des KHM die Sanierung der Räumlichkeiten im Mezzanin. Andererseits läuft ein offener, EU-weiter Wettbewerb für die Einrichtung des Museums. Das umfasst die Museums-Generalplanung, Architektur, Grafik und Medienplanung. Wir freuen uns schon, wenn wir Mitte Juni nach der Jurysitzung wissen, wer unser Gestaltungspendant sein wird.

- Wie werden die Räume im Mezzanin derzeit genutzt?

Sommer: Ganz unterschiedlich; etwa als Depot, Restaurierwerkstätte und Manipulationsräume für Einrichtung des Weltmuseums.

- Nach der mehrmaligen Redimensionierung des Projekts stellt sich die Frage: Wird es noch ein Haus der Geschichte oder managen Sie die Schau zum Republiksjubiläum?

Sommer: Das HGÖ ist gesetzlich verankert. Es ist unser erster Auftrag, eine Republiksausstellung zu machen, daran arbeiten wir auch schon ganz konkret. Aber wir bauen natürlich eine Institution auf, deren erstes Aktionsfeld eben diese Ausstellung ist. Wir bauen auch bereits eine Sammlung auf. Hier gibt es dank der Vorarbeiten Oliver Rathkolbs auch schon einige konkrete Objekt-Ideen bzw. auch schon Angebote für Schenkungen.

- Kann man zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon gezielt sammeln?

Sommer: Die Sammlung ist sicherlich auf Qualität und nicht auf Quantität ausgerichtet. Es geht darum, Objekte von hoher Signifikanz für die österreichische Zeitgeschichte zu finden. Das Sammeln ist dabei so angelegt, dass es in Absprache mit anderen Häusern passiert. Denn ich halte nichts davon, dass wir uns hier duplizieren. Ich habe ein sehr offenes Verständnis, was das betrifft. Ich finde es toll, wenn es in anderen Häusern Objekte gibt, die für österreichische Zeitgeschichte stehen. Den dezidierten Sammlungsauftrag dafür haben ab jetzt wir.