Wien. Ein Durchmesser von bis zu elf Metern, eine Höhe von bis zu 30 Metern, ein Alter von bis zu 1.800 Jahren und eine Form wie aus einem Fantasyfilm: Baobabs gehören zu den wohl eindrucksvollsten Lebewesen der Erde. Der französische Fotograf Pascal Maitre hat dem Afrikanischen Affenbrotbaum 27 Reisen nach Madagaskar gewidmet, seine Bilder sind nun im Naturhistorischen Museum (NHM) Wien zu sehen.

Acht Baobab-Arten gibt es weltweit, sieben davon sind auf Madagaskar heimisch, sechs davon kommen nirgendwo sonst vor. Charakteristisch sind ihre dicken, sich häufig flaschenförmig verjüngenden Stämme und den weit ausladenden, an ein Wurzelwerk erinnernden Baumkronen.

Ein heiliger Wasserspeicher

Vielen Madagassen sind die Bäume, um die sich viele Mythen ranken, heilig. Baobabs können in ihrem Inneren Tausende Liter Wasser speichern, das nicht nur getrunken, sondern auch für rituelle Zwecke verwendet wird. So sollen madagassische Hebammen bei Geburten nur Wasser aus diesen Bäumen verwenden. In der Volksmedizin werden nahezu alle Teile des Affenbrotbaums verwendet, zudem liefert er Klebstoff, Kleidung und Baumaterial und bietet Lebensraum für viele Tiere.

Neben den Fotografien Maitres, der für Magazine wie Geo, Stern, Paris Match oder National Geographic arbeitet, bietet das NHM eine begehbare Baobab-Konstruktion, die mit einem Durchmesser von vier Metern die gewaltigen Dimensionen des Baumes erahnen lässt.