Nachdem Hans Bögl 1964 das Land für die SPÖ erobert hatte, beerbte ihn Kery schon zwei Jahre später als Landeshauptmann. Insgesamt vier Mal konnte er der SPÖ die Absolute sichern, zuletzt 1982.

Trotz toller Wahlerfolge spitzte sich in jenem Jahr aber auch die innerparteiliche Kritik an seinem autoritären Führungsstil zu. Sie mündete in den berühmten "drei Fragen" des damaligen Jungfunktionärs Josef Cap: "Stimmt es, dass dein Einkommen wirklich um so vieles größer ist als das Einkommen des Bundeskanzlers? Stimmt es, dass du trotzdem verbilligten Strom beziehst? Stimmt es, dass du gerne mit Pistolen schießt?" Kery überstand Caps Inquisition, fünf Jahre später jedoch verlor er die Absolute, woraufhin er sich ins Privatleben zurückzog. In den 90er Jahren stand er noch einmal im Scheinwerferlicht, als er wegen falscher Zeugenaussage in der Waldheim-Affäre verurteilt wurde.

Braune Vergangenheit

Er hatte bestritten, dass Fred Sinowatz 1985 im SPÖ-Parteivorstand angekündigt hatte, die österreichische Bevölkerung auf Waldheims "braune Vergangenheit" aufmerksam machen zu wollen. Dabei hatte Kery selbst eine braune Vergangenheit.

Obwohl 1918 als Sohn eines ungarischen Kleinadeligen unter dem Namen Kery Tivadar in eine christlich-konservative Familie geboren, trat er später der SA und der NSDAP bei. Nach dem Krieg durfte er deswegen als "Minderbelasteter" erst ab 1947 als Lehrer in Kobersdorf arbeiten. Ab dann wandte er sich der SPÖ zu, für die er ab 1951 im Landtag und ab 1962 in der Landesregierung saß. Am Sonntag starb Theodor Kery 91-jährig.

Burgenlands Altlandeshauptmann Kery gestorben