"Good Fellas"-Mafioso Henry Hill gestorben
"Good Fellas"-Mafioso Henry Hill gestorben

(best) Darauf, dass er noch 69 Jahre alt werden und nach langer Krankheit eines natürlichen Todes sterben würde, hätte vor 30 Jahren wohl niemand gewettet: 1980 war der ehemalige Gangster Henry Hill Kronzeuge im Prozess gegen die Mafiosi Paul Vario und James Burke. Das FBI hatte ihn mit Tonbandaufzeichnungen davon überzeugt, dass ihn seine einstigen Kumpel ermorden wollten. Fortan lebte Hill im Verborgenen im Zeugenschutzprogramm. In Talkshows war er aber ein gerne gesehener Gast, denn Martin Scorseses "Good Fellas" machte ihn 1990 berühmt. Filmreif war Hills Leben allemal. 1967 erbeutete er mit Komplizen 420.000 Dollar aus einem Raum der Air-France. Elf Jahre später folgte der Lufthansa-Raub, bei dem die Gangster fast sechs Millionen Dollar an sich rissen. Nach diesem größten Raub der US-Geschichte brachten einige Täter einander gegenseitig um. "Good Fellas" zeigt die Gewalt im Mafia-Milieu mit teils drastischen Mitteln und gilt daher als entromantisierte Variante zu "Der Pate". Doch auch Scorsese hat etliche Fakten beschönigt, die ihm zu brutal waren.