Die Rettung der Sozialdemokratie soll wieder einmal von der Gewerkschaft kommen. Diesmal in Schweden. Dort soll Gewerkschafter Stefan Löfven neuer Chef der in einer Krise steckenden Arbeiterpartei werden. Der bisherige Parteichef Hakan Juholt schmiss am vergangenen Wochenende nach nur zehn Monaten den Job hin.

Der 1957 geborene Löfven leitet seit dem Jahr 2006 die Metallarbeiter-Gewerkschaft. Ansonsten ist der Experte für Kollektivvertragsverhandlungen und internationale Beziehungen ein eher unbeschriebenes Blatt.

Und das ist nicht unbedingt die schlechteste Voraussetzung für seinen künftigen Job. Denn die traditionsreiche schwedische Sozialdemokratie rutschte nach immer neuen Skandalen und negativen Schlagzeilen um Parteichef Juholt zuletzt in Umfragen unter 25 Prozent - und das, obwohl sie in den vergangenen 90 Jahren fast ununterbrochen allein regierte. Heute, Freitag, soll sie nun mit Stefan Löfven einen neuen Vorsitzenden bekommen - den vierten innerhalb von fünf Jahren.