Bereits seit dem Jahr 1955 lädt der Vorstand der World Press Photo Foundation, einer unabhängigen Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, alljährlich Pressefotografen und Fotojournalisten aus der ganzen Welt zur Teilnahme am World-Press-Photo-Wettbewerb ein. Er gilt als weltweit führender Wettbewerb für Fotojournalismus und lässt auf bewegende Weise das Weltgeschehen des vergangenen Jahres Revue passieren.

Eine Mutter hält im Jemen ihren 18-jährigen Sohn in den Armen. Er wurde bei einer Demonstration von Tränengas getroffen. - © Samuel Aranda, Spanien, für "The New York Times"
Eine Mutter hält im Jemen ihren 18-jährigen Sohn in den Armen. Er wurde bei einer Demonstration von Tränengas getroffen. - © Samuel Aranda, Spanien, für "The New York Times"

Zumeist stehen die dramatischen ereignisse des Weltgeschehens im Vordergrund. Die Wettbewerbsbilder geben aber auch oft Aufschluss über sportliche Ereignisse oder die eine oder andere skurrile Szene auf unserem Planeten.

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Symbol für den "arabischen Frühling"

Das hier abgebildete Siegerfoto wurde von dem Spanier Samuel Aranda, der für die "New York Times" arbeitet, am 15. Oktober 2011 in einer Moschee in Sanaa im Jemen aufgenommen. Sie diente als Lazarett für die im Zuge der Demonstrationen gegen die autoritäre Herrschaft von Präsident Ali Abdullah Saleh verwundeten Personen.

"Das Siegerfoto zeigt einen ergreifenden und emotionalen Augenblick, die menschliche Konsequenz eines gewaltigen Ereignisses, das noch nicht abgeschlossen ist", sagt dazu Juryvorsitzender Aidan Sullivan. Jurymitglied Koyo Kouoh: "Das Foto steht für die gesamte Region: Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien, einfach alles, was während des ,arabischen Frühlings‘ passiert ist. Es zeigt jedoch eine private, intime Seite des Geschehens."

Für den Wettbewerb dieses Jahres hatten exakt 5247 Fotografen aus 124 Ländern 101.254 Bilder eingesandt. Die Jury vergab Preise in neun Themenkategorien an 57 Teilnehmer aus 24 Ländern: Afghanistan, Argentinien, Australien, Bosnien-Herzegowina, Kanada, China, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Indien, Iran, Irland, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Südafrika, Spanien, Schweden, Großbritannien und die USA.

Zweieinhalb Millionen Besucher

2. Preis der Kategorie "Sport, Fotoserien". Die Wassersport-Weltmeisterschaften in Shanghai. - © Adam Pretty, Australien, Getty Images
2. Preis der Kategorie "Sport, Fotoserien". Die Wassersport-Weltmeisterschaften in Shanghai. - © Adam Pretty, Australien, Getty Images

Alljährlich sehen rund zweieinhalb Millionen Besucher in 45 Ländern die World-Press-Photo-Wanderausstellung. Sie macht auch heuer in dem bereits zur Tradition gewordenen Schauplatz WestLicht in der Westbahnstraße in Wien-Neubau Station. Dort sahen im vorigen Jahr 18.000 Personen die World-Press-Photo-Ausstellung.

Eine jährlich wechselnde, aus 19 Mitgliedern bestehende internationale Jury beurteilt die Einsendungen von Fotografen, Agenturen, Zeitungen und Magazinen aus aller Welt. Nach den Richtlinien von World Press Photo müssen die Fotos des Jahres aus den Bereichen Politik, Sport, Kultur, Umwelt und Wissenschaft von "großer fotojournalistischer Bedeutung" sein und sich durch "außerordentliche Qualität der visuellen Perzeption und Kreativität" auszeichnen. Wichtige Kriterien sind neben dem Nachrichtenwert eines Bildes die spezifische Wahrnehmung und Herangehensweise der Fotografen. (as)