Nach wie vor ist es noch kein gewohntes Bild, sondern eher die Ausnahme: die Frau als Clown, pardon: als Clownin.

Die vier Brasilianerinnen von "Cia. Animé" warten mit einem Vaudeville-Programm auf und blicken dem Publikum durchaus wagemutig entgegen. - © Foto: Lana Pinho
Die vier Brasilianerinnen von "Cia. Animé" warten mit einem Vaudeville-Programm auf und blicken dem Publikum durchaus wagemutig entgegen. - © Foto: Lana Pinho

"Clownin" ist auch der Titel des Internationalen Clownfrauenfestivals, das seit 2006 zum vierten Mal in Wien stattfindet.

Auf Einladung von Pamela Schartner, Gaby Pflügl (theater super.nova) und Barbara Klein vom KosmosTheater reisen alle zwei Jahre die besten Clownfrauen aus aller Welt an und haben dabei eine wunderbare Vielfalt an Stücken im Gepäck.
Das junge Festival in Wien hat sich mittlerweile als weltgrößtes für Clownfrauen etabliert. Es wartet auch heuer mit einer Reihe von Ur- und Erstaufführungen auf.

Ein Blick auf die diesjährigen Protagonistinnen zeigt: Ein All-Star-Festival kündigt sich an. Renommierte Vertreterinnen des Genres wie Nola Rae (England), Laura Herts (USA, Frankreich) oder Gardi Hutter (Schweiz) stehen auf dem Programm. Sie bringen Heiteres wie Politisches, Urkomisches und Berührendes auf die Bühne.

Aus allen Teilen der Welt


An neun Festivaltagen mit 13 Vorstellungen sind in Wien Clownfrauen aus allen Teilen der Welt zu erleben: aus England, Frankreich, Italien, Spanien und Norwegen ebenso wie aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland, Slowenien, Ungarn, Brasilien, Argentinien oder aus Simbabwe, den USA und Japan.

Eröffnet wird das Festival am Freitag, dem 30. November, und zwar mit dem bereits traditionellen Überraschungsprogramm aller Clownfrauen. Da ist auch das ungarische Duo Pécsi Légitársaság/Pecs Airlines dabei, das auf dem Titelbild dieses Heftes zu sehen ist. Stacey Sacks aus Simbabwe als Präsident Mugabatokwe sowie die Engländerin Nola Rae in der Rolle des Napoleon nehmen neuzeitliche und historische Diktaturen in ihr Visier.

Freud und die dunkle Seite des Clowns


Dem gesellschaftlichen Umgang mit Tod und Alter widmen sich Gardi Hutter als "Die Schneiderin", die einiges zu flicken hat, und Laura Herts, die mit ihrem psychedelischen Stück "Pink Freud - The Dark Side of the Clown" in die Tiefen des Unterbewussten führt.

Die "lange Nacht der kurzen Clownerie" mit Melissa Caminha. - © Foto: Isabelle de Morais
Die "lange Nacht der kurzen Clownerie" mit Melissa Caminha. - © Foto: Isabelle de Morais

Ausbeutung in der Arbeitswelt thematisiert das spanische Stück "Carton" von Té a tres, und einen Boxkampf um "gesellschaftliche Normierungen" bestreitet Katja Brita Lindeberg aus Norwegen. Tanja Simma (Österreich) ist Einspringerin für Musikaufführungen aller Art, und das Trio Tris aus Tirol lehrt dem Publikum musikalisch, wer denn nun "Die Besten im Westen" sind.

Die "lange Nacht der kurzen Clownerien" bietet einmal mehr feine Unterhaltung mit Francesca Zannier (Italien), Gardi Hutter, Lila Monti (Argentinien), Melissa Caminha (Brasilien), Eva Maurer (Slowenien) u.v.a.

Ergänzt wird das Programm mit einem Workshop (1. und 2. Dezember) von Lila Monti, die Interessierten Einblicke in die hohe Kunst der Clownerie bietet.