"Durchdacht einkaufen"

Die EU setzt auf Eigenverantwortlichkeit und versucht, Bewusstsein für die hohe Verschwendung zu schaffen. Alizadeh hat Tipps dazu, wie man mit Ernährung einen Beitrag für das Klima leisten kann: "Nicht zu viele Lebensmittel einkaufen, durchdacht einkaufen, sie wirklich nutzen, bevor sie verderben. Außerdem geht es auch darum, welche Lebensmittel man kauft. Da ist mittlerweile klar, dass tierische Lebensmittel einen großen CO2- Ausstoß haben. Das heißt, Fleisch, besonders Rindfleisch, ist ressourcenintensiv. Am besten ist es, mehr fleischfreie Tage einzulegen und die Ernährung etwas pflanzlicher zu gestalten. Man sagt, 80 Prozent pflanzlich, 20 Prozent tierisch, das wäre ideal." Nicht nur die Lebensmittelindustrie scheint ineffizient, auch bei der Verpackung von Produkten fallen extreme Abfälle an. Laut den Zahlen von Eurostat wurden im Jahr 2016 europaweit rund 170 Kilogramm Müll pro Person produziert, der höchste Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 2004. Am meisten Müll produzierte Deutschland mit 221 Kilogramm, Österreich liegt mit 154 Kilogramm unter dem europaweiten Durchschnitt.

Gleichzeitig wurden in Europa aber auch durchschnittlich 67 Prozent des Mülls recycelt, angeführt von Belgien mit 82 Prozent recyceltem Müll. In Österreich wurden 67 Prozent wiederverwertet. Den größten Anteil an dem Müll macht Karton mit 41 Prozent aus, gefolgt von Plastik und Glas mit 19 Prozent und Holz mit 16 Prozent. Diese Zahlen sollen durch Verbote wie das Single-Use-Plastics-Verbot gesenkt werden. Die zehn am häufigsten an europäischen Stränden gefundenen Plastik-Einwegprodukte sollen ab 2021 in der EU verboten werden.

Diese Produkte - unter anderem Strohhalme, Plastikbesteck und Wattestäbchen - machen 70 Prozent der gesamten Meeresverschmutzung aus. "Dieses Thema ist deshalb so wichtig, weil wir jetzt einen kritischen Punkt erreicht haben, wo sich sehr viel Plastik in den Meeren befindet. Wir haben ein irrsinniges Problem mit Einwegplastik, und es gibt mittlerweile sehr viele gute Alternativen. In der Theorie hört sich das Verbot gut an, und ich bin schon gespannt, wie das umgesetzt wird", so Alizadeh, die auf Einladung der EU die Debatte im Parlament live über die Social-Media-Plattform Instagram übertrug. Als weiteres Ziel der Union sollen im Jahr 2030 bis zu 70 Prozent allen Hausmülls recycelt werden müssen, zurzeit liegt dieser Anteil bei 44 Prozent. Andrea Lunzer hat sich in ihrer Maß-Greißlerei dem Thema Verpackungsvermeidung und Wiederverwertung verschrieben. Sie sieht das Single-Use-Plastics-Verbot positiv, meint aber auch, dass es eine Weiterentwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft benötigt. Denn: "Wenn ich jetzt Einweg-Kunststoffbecher durch Einweg-Pappbecher ersetze, ist eigentlich noch nicht sehr viel gewonnen."