Prag/Warschau/Wien. Ein schwerer Sturm hat quer durch Mittel-Osteuropa für starke Schäden gesorgt. In Tschechien kam es großflächig zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen. Mehr als 300.000 Haushalte waren Montagfrüh ohne Strom, weil Leitungen kaputt waren, wie die Versorgungsunternehmen mitteilten. Die Feuerwehren rückten im ganzen Land zu hunderten Einsätzen aus, um umgefallene Bäume von Straßen zu räumen und Dächer zu sichern.

Im Eisenbahnverkehr kam es zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen war auch der internationale Zugverkehr auf den Strecken zwischen Regensburg und Pilsen sowie zwischen Ceske Budejovice und Linz. Die Aufräumarbeiten sollten noch den gesamten Montag andauern.

Der Sturm hat auch in Polen zu Stromausfällen geführt und zahlreiche Schäden verursacht. Fast 400.000 Haushalte waren am Wochenende ohne Strom, bilanzierte das Sicherheitszentrum der Regierung (RCB) am gestrigen Montag. Rund 700 Häuser wurden beschädigt, die Feuerwehr rückte zu 3000 Einsätzen aus, um umgefallene Bäume zu beseitigen und abgerissene bzw. beschädigte Dächer zu sichern. Mindestens fünf Menschen wurden nach Angaben von Einsatzkräften während des Sturms verletzt, darunter zwei Feuerwehrmänner.

Auch Deutschland war stark von dem Sturmtief betroffen. Ein Autofahrer starb bei Bestwig im Sauerland, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. Die Deutsche Bahn stoppte am Sonntagnachmittag im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ihren Betrieb.

40 Einsätze in Wien

Die Berufsfeuerwehr Wien hat bis Montagvormittag rund 40 Einsätze zur Beseitigung von Sturmschäden absolviert, so Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl. Es ging dabei vor allem um lose Dachziegel, abgebrochene Äste, umsturzgefährdete Bäume oder umgefallene Baustellengitter, die den Verkehr behinderten und rasch weggeräumt werden mussten. Windspitzen von bis zu 100 km/h entwurzelten zahlreiche Bäume, die Verkehrswege blockierten. Insgesamt standen seit Sonntagabend 2500 Feuerwehrleute im Bundesland im Einsatz. Ihr Hauptaugenmerk lag darauf, die Straßen wieder für den Verkehr freizumachen. In Salzburg hielt die Sturmfront die Feuerwehren des Flachgaus und der Landeshauptstadt auf Trab. Bäume stürzten auf Straßen, Häuser oder Autos und mussten entfernt werden. Im Flachgau rückten die Helfer von 21 Feuerwehren zu rund 40 Einsätzen aus, berichtete das Landesfeuerwehrkommando. "Hauptproblem waren sehr starke Windböen mit weit über 80 Stundenkilometer, die zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen führten", so Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter.

In Niederösterreich waren es 145 Feuerwehreinsätze, berichtet Franz Resperger vom Landeskommando. Vor allem die Bezirke Amstetten und Melk im Westen des Landes waren betroffen. Das Waldviertel mit den Bezirken Zwettl, Gmünd, Waidhofen an der Thaya und Horn waren ebenfalls betroffen.

In Vorarlberg führte der Sturmwind zu Absagen der traditionellen Funkenfeuer.